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Prämierte Architektur

Ausstellung zu Exponaten des niedersächsischen Staatspreises 2008

Von Jens Radulovic

Braunschweig. Die Architekten Ulrich Grimmelspacher und Jürgen Friedemann von KSP Engel und Zimmermann Architekten gewannen mit ihrem Entwurf zum Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2008.

„Ich wünschte mir, ich hätte das selber so gekonnt und beglückwünsche Sie zu dieser hervorragenden Leistung“, schloss Karin Kellner sichtlich bewegt ihren Jury-Bericht bei der Ausstellungseröffnung in der Jakob-Kemenate.
Die Braunschweiger Architekten gewannen die Ausschreibung zum Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen gegen 155 Mitbewerber, darunter auch Kellner.
„Als ich die Ausschreibung damals las, dachte ich sofort ‚Das will ich machen‘. Aber ich hatte auch einen großen Respekt davor, dieser besonderen Herausforderung gerecht zu werden“, erzählt Grimmelspacher, „ich habe mich intensiv damit beschäftigt, den Ort in mich aufgenommen und dann versucht, die Authentizität herauszuarbeiten.“
Das Dokumentationszentrum sei als architektonische Hinführung zum Lagergelände konzipiert. Die Menschen werden durch den 200 Meter langen und 18 Meter breiten monolithischen Baukörper bereits am Parkplatz abgeholt und auf zwei Wegen zum Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers geführt. Der Außenweg führt die Besucher, eng flankiert von unüberwindlich hohen Betonwänden, direkt zum Lagergelände. Der andere Weg führt ansteigend der Länge nach durch das Dokumentationszentrum bis zur Stirn des Gebäudes, die einige Meter über dem Boden schwebt und durch Sichtfenster den Blick auf das Lager freigibt.
Damit setzten sie sich beim Staatspreis unter 74 Bewerbungen durch. Die Jury nahm zur Begutachtung zehn Objekte in die engere Wahl und nominierte schließlich drei.
Zu den Nominierungen gehört auch das Ausstellungsgebäude, die Jakob-Kemenate.
„Die Kemenate ist das älteste weltliche Bauwerk Braunschweigs“, erklärt Architekt Rainer Ottinger. „Mein Leitgedanke beim Entwurf war, das mittelalterliche Stadtgefüge wieder herzustellen. Vor der Kemenate standen schon immer kurzlebige Gebäude. Mit dem Neubau aus vergänglichem Corten-Stahl haben wir diesem Umstand Rechnung getragen. Alt- und Neubau wurden mit einem verglasten Foyer als Fuge in Verbindung gesetzt, so dass Altes und Neues miteinander kommuniziert.“
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