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Party mit den Teenagern vom Mars

Fettes Brot brachten die ausverkaufte Stadthalle zum Kochen – Fatoni rappte im Vorprogramm

Von André Pause, 28.11.2015.

Braunschweig. „Wenn ich eine Party schmeiße, kannste kommen“, lautet die Refrain-Haupttextzeile des Songs „Kannste kommen“ von Fettes Brot. Beim Konzert in der Braunschweiger Stadthalle haben König Boris, Dokter Renz und Björn Beton diesen Song gar nicht gespielt. Voll war die Butze trotzdem. Und die Stimmung: sagenhaft!

Für das Vorprogramm konnten die Hamburger mit Fatoni aus München einen Mann gewinnen, der für viele Hip-Hop-Fans mit „Yo, Picasso“ gerade eines der Alben des Jahres herausgebracht hat. Als DJ auf Platte und live dabei: Dexter, der auch schon für Cro und Casper produziert hat. Eine gute halbe Stunde haben die beiden. Fatoni rappt nicht nur über das Authentizitätsverständnis von heute, Veränderung von Protagonisten der Hip-Hop-Szene oder die bei sich selbst ausgemachte Mittelmäßigkeit im Vergleich zu Mike Skinner (The Streets), er geht auch auf Tuchfühlung zum Publikum, baut beispielsweise ihm entgegengehaltene Gegenstände in seine Performance ein.

Zielt Fatoni mit seinen starken Punchlines ziemlich genau auf das Oberstübchen, steht bei Fettes Brot runde zwei Stunden der Spaß, die Gaudi im Vordergrund: „Wer war schon mal auf einem Fettes-Brot-Konzert?“, wird gleich zu Beginn gefragt – viele Hände gehen nach oben. „Wer noch nicht?“ – hier sind es ein paar Meldungen weniger. „Und wer kann sich nicht mehr erinnern?“ – Jubel! Darauf schnell noch ein Bier!

Die Party ist vom Fleck weg im Gange. Mit „Teenager vom Mars“, dem Titelstück des aktuellen, gleichnamigen Albums geht es gleich druckvoll los. Verstärkt werden die MCs das komplette Set hindurch von einer vierköpfigen Band (Keyboard, Drums, Bass und Turntables).

Und so, wie alte und neue Stücke im Programm kombiniert werden, ist auch stilistisch alles dabei: Hip-Hop, Pop und Rock. Einige Songs, wie der Klassiker „Nordisch by Nature“ werden mit unterhaltsamen Versatzstücken („I Like to Move It“) gespielt, die bekannten Parts der mit Hits gespickten Show singt das so gemischte wie textsichere Publikum aus voller Kehle mit.

Einziger Wermutstropfen des Abends bleibt der nicht immer ganz differenzierte Sound. Der ist über weite Strecken eine im wahrsten Wortsinn „Wackelige Angelegenheit“. Ansonsten erleben die Besucher einen Spitzenabend. Die drei (plus vier) Brote auf der Tannenwaldbühne sind bestens aufgelegt, bestreiten, nachdem der Hauptteil des Konzerts abgehakt ist, ein ausgedehntes Turntable-Medley vor einem Vorhang mit Plattenregal-Aufdruck, und schieben im Abschluss noch „Lauterbach“, „Bettina“, „1234567“ und „Schwule Mädchen“ hinterher.
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