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Paris, Berlin, New York: Gerd Winner reiste „In 80 Jahren um die Welt“

Gerd Winner mit dem Bildband zur Retrospektive „In 80 Jahren um die Welt“. Foto: T.A.
 
Winners Serie „London Transport“, 1969/70, zeigt verschiedene Facetten der typischen Fortbewegungsmittel Londons.
Braunschweig: Städtisches Museum |

Retrospektive mit speziellem Siebdruckverfahren des Braunschweigers bis Januar 2017 im Städtischen Museum.

Von Ann-Kathrin Ewald, 07.10.2016.

Braunschweig. In 80 Tagen um die Welt schickte Jules Verne seinen Protagonisten Phileas Fogg im gleichnamigen Roman 1873. Künstler Gerd Winner hat sich für seine Welterkundung ein wenig länger Zeit gelassen: Seine Ausstellung „In 80 Jahren um die Welt“ mit ausgewählten Stücken seines künstlerischen Lebensprojekts wird ab morgen (9. Oktober) im Städtischen Museum, Haus am Löwenwall, zu sehen sein.

Anlässlich seines 80. Geburtstages haben Kurator Dr. Jens Berg und Winner selbst die außergewöhnliche Werkschau zusammengestellt. Dabei umfasst die Retrospektive alle Schaffensstationen des in Braunschweig geborenen Künstlers: Die Besucher werden von Braunschweig über Berlin nach London, Paris und schließlich nach New York geführt.

Spezieller Siebdruck

„Für einen Künstler ist es furchtbar auf Vergangenes zurückzublicken“, stellt Winner klar, fügt allerdings schmunzelnd hinzu: „Aber welche andere Möglichkeiten, als zurückzuschauen, hat ein 80-Jähriger sonst?“
Der Großteil der ausgestellten Arbeiten sind mit verschiedenen Siebdrucktechniken entstanden – einem speziellen künstlerischen Verfahren, mit dem Winner in den 1970er Jahren international bekannt wurde. Vereinfacht ausgedrückt wird bei dieser Technik Farbe mittels eines Siebes auf die Leinwand gedruckt – mit Hilfe von beispielsweise Ausradierungen, Ausschabungen und dem Einsatz von Lacken können spezielle Überlappungseffekte erzeugt, Lichtverhältnisse verändert oder Einzelheiten besonders hervorgehoben werden.
Herzstück der Ausstellung und zudem sein größter Siebdruck ist eine Lokomotive, die mit ihren fast zehn Meter Länge den Lichthof des Städtischen Museums dominiert.

„Die große Lok war eine Auftragsarbeit“, erklärt Winner. „Das Original ist noch immer in einer Schule in Clausthal-Zellerfeld ausgestellt, wo es, genau wie hier, die Eingangshalle ziert.“

Berlin, London, Paris

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind frühere Werke Winners, darunter auch Kinderbilder und Jugendzeichnungen aus den 1950er Jahren. Zudem sind erste Arbeiten mit seiner später typischen Technik des Siebdrucks aus den Jahren 1965 und 1966 ausgestellt.

Es folgen Drucke aus dem Berlin der Nachkriegszeit, der dort „aufkeimende Sozialismus“ habe Winner besonders geprägt.
In London faszinierte ihn zunächst die Welt des öffentlichen Transports und Verkehrs, was ihn später zu verlassenen Werften und Lagerhallen entlang der Themse brachte.

Paris und New York folgten, doch auch Braunschweig bleibt immer wieder Thema für Winner. Hier prägte ihn besonders die Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg.
„Dieses Urerfahrung des brennenden Braunschweigs habe ich noch lange in meine Kunst einfließen lassen“, erläutert Winner.
Noch bis zum 29. Januar 2017 ist die Retrospektive „In 80 Jahren um die Welt“ in den Siebdruckarbeiten Gerd Winners im Städtischen Museum zu sehen.


BEGLEITPROGRAMM

Wochenende der Graphik. 12. November, 11 Uhr: Einführung in den Siebdruck mit Gerd Winner (Eintritt frei).

Interview mit Gerd Winner. 7. Januar, 15.30 Uhr, mit Prof. Dr. Wulf Herzogenrath.

Druckwerkstatt für Kinder und Jugendliche (jeweils 14 Uhr). 16. Oktober und 27. November: Materialdruck; 30. Oktober und 8. Januar: Monotypie; 13. November und 29. Januar: Siebdruck; 18. Dezember: Kaltnadelradierung.

Weitere Informationen zum Begleitprogramm unter Telefon 4 70 45 05 oder im Internet unter www.braunschweig.de.
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