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Otto IV. im Zeitzeugenbericht

Szenische Lesung über den Welfenkaiser

Von Jens Radulovic

Braunschweig. „Oh, Ihr seid schon da, ich habe euch gar nicht kommen hören“, schreckt Abt Friedrich von Walkenried auf, um seine auf fünf Abende verteilte „Mär von Kaiser Otto aus Braunschweig“ zu beginnen. Schauspieler Andreas Jäger leiht dem Abt, Beichtvater des jungen Otto, Körper und Stimme.

„Ihr“ – das sind gerade einmal 18 Besucher, fast ausnahmslos reiferen Alters. Das ist bedauerlich, denn die kommende Stunde bietet sehr kurzweilige, atmosphärisch dichte Unterhaltung mit minimalistisch gehaltener Ausstattung und Beleuchtung.
An diesem Abend erfahren die Zuschauer die Geschichte Ottos von seiner Geburt bis zur Geiselhaft für Onkel Richard Löwenherz.
Doch vor allem lernen die Anwesenden etwas über Denken und Alltag dieser Zeit. In verbalen Exkursionen predigt der Abt zum Beispiel die Ansichten der Zeit zur Kindererziehung („Man gebe dem Kind Lutschbeutelchen, welche man mit Mohn oder Likör tränkt, um sie in gottgefälligen Schlaf zu führen“) oder zu medizinischen Fragen.
Für die passende Untermalung sorgt Musiker Simon Paulus auf der Mittelalter-Laute und Saz.
„Wir sehen uns wieder am sechsten Tag der kommenden Woche“, verkündete Friedrich zum Abschluss seiner Erzählung historisch korrekt (denn die Woche begann damals mit dem Sonntag). Gemessen am lang anhaltenden Applaus dürfte er die meisten der Besucher zum zweiten Akt erneut begrüßen können.
Die weiteren Stationen der Lebensgeschichte Ottos IV. werden am 2., 9. und 30. Oktober sowie am 6. November jeweils um 19 Uhr im Forum des Landesmuseums, Burgplatz 1, aufgeführt. Der Eintritt zu allen Terminen beträgt zwei Euro.
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