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Old School trifft Gegenwart

Rappend durch die Nacht: Die Künstler spielen in Ferropolis vor herrlich illuminierter Kulisse. Fotos (2): Drescher

Zehntausende feierten „Splash!“-Festival auf der Ferropolis-Halbinsel in der Nähe von Dessau.

Von Falk-Martin Drescher, 16.07.2014.

Gräfenhainichen. „Wirkt
irgendwie ein bisschen mehr wie früher“, schilderte ein Freund. Doch es war kein Fall von Rückwärtsgewandtheit: Das „Splash! 2014“ überzeugte mit einer gekonnten Kombination aus Old-School-Acts und Künstlern, die neuartige Sounds und Styles transportieren.

Da trafen zum Wochenendstart Afrob, Samy Deluxe – der erfreulicherweise den „Secret Slot“ besetzte – und auch Fünf Sterne Deluxe auf Akteure wie M.I.A. So beeindruckend die Show der englischen Sängerin Maya auch war, einige der Hip-Hop-Fans konnten damit nicht so recht viel anfangen. Ihrem Gig tat dies keinen Abbruch, er war feierlich. Abgerundet, oder eher abgerissen, wurde der Freitag mit K.I.Z. „Ich bin kein Großkotz, ich bin bloß Gott“, die Berliner Hip-Hop-Formation gab sich wie gewohnt bescheiden.
Die Bestätigung ihres Auftritts beschleunigte den Kartenvorverkauf um ein Vielfaches: Das Duo Outkast aus Atlanta lässt viele Herzen höherschlagen. Hatten sich Big Boi und Andre 3000 in den vergangenen Jahren etwas rargemacht, wussten die Zuschauer spätestens bei Songs wie „Hey Ya!“, „Ms. Jackson“ und „Whole World“: Die Jungs haben es immer noch mächtig drauf.
„Holt eure Taschenlampen-Apps raus“. Die digitalen Alleskönner sind – auch auf Festivals – zum festen Bestandteil einer jeden erdenklichen Lebenssituation geworden. Früher war man froh nach dem Moshpit seine Schuhe wiederzufinden – heute sind viele glücklich, bei der „Wall of Death“ alle Freunde bei Facebook markieren zu können. Die meisten Fans auf dem Campinggelände hatte nicht etwa der Getränkestand, sondern die Handyladestation. Das Zitat zur Taschenlampen-App stammt übrigens von Edgar Wasser und Fatoni, die einen sowohl erfrischenden als auch sehenswerten Auftritt hinlegten.
Musik hat ihr durch schwere Zeiten geholfen, nun gibt sie selbst einiges weiter: Rapperin Angel Haze aus Detroit stand zu Recht auf der Mainstage. Ebenso wie Left Boy, mit bürgerlichem Namen Ferdinand Sarnitz. Der Sohn von André Heller spürt aufgrund seines Elternhauses keinen großen finanziellen Druck – als Sänger und Produzent ist er tätig, weil er Bock darauf hat. Und weil er es kann.
Das Publikum nicht sonderlich aufwärmen musste Whiz Khalifa, er spielte direkt nach der Übertragung des Deutschland-Spiels – die übrigens das Line Up des Sonntags mächtig durcheinanderwirbelte. Der Rapper aus Pittsburgh, der sich mit Hits wie „Black and Yellow“ durch die Clubs aller Nationen spielte, durfte den Slot mit Cro tauschen – sein Flieger startete im Anschluss. Auf www.arte.tv einige Konzerte im Mitschnitt.
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