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Nostalgie und Bausünden

Fotograf Dieter Heitefuß zeigt Bilder „Braunschweig gestern/heute“.

Von Birgit Leute, 20.03.11

Braunschweig. „Ich bin nur ein stiller Beobachter“, sagt Dieter Heitefuß über sich selbst. Doch seine Ausstellung „Braunschweig gestern/heute“ wagt durchaus einen kritischen Blick auf die Bausünden der vergangene Jahrzehnte.

15 Fotopaarungen sind von ihm noch bis zum 1. April im „Haus der Immobilie“ der Volksbank Braunschweig Wolfsburg zu sehen. Heitefuß kontrastiert darin markante Orte der Löwenstadt: die Fallersleber Straße mit unheimlich geschwärzten Ruinen 1949 und noch einmal aus heutiger Sicht, der Kohlmarkt als muntere Verkehrsinsel in den fünfziger Jahren mit Isettas und Vespas und 60 Jahre später als Fußgängerzone.
Der Blickwinkel – so der Ehrgeiz des freiberuflichen Fotografen – sollte immer identisch sein, die Tageszeit möglichst die gleiche. „Erst so lässt sich die Veränderung richtig erleben“, sagt Heitefuß. Ist die Ausstellung eher etwas für Nostalgiker? „Einige werden sich sicher an ihre Kindheit erinnern“, sagt Heitefuß, „aber für alle anderen ist sie sicher vom Städtebaulichen her interessant.“
Tatsächlich spiegeln seine Fotografien augenfällig den Zeitgeist wider – vor allem den ungebremsten Optimismus der Wirtschaftswunderjahre: Alles Verschnörkelte musste weichen, was nicht schon durch den Krieg zerstört war, wurde später abgerissen. „Die Häuser in der Breiten Straße zeichneten sich durch ihre barocken Fassaden aus, doch aus Gründen der Sicherheit wurden diese gesprengt“, bedauert Heitefuß den Trend zur kühlen, modernen Sachlichkeit in den 50er Jahren. Viele Fotos hat Heitefuß aus seinem im vergangenen Jahr erschienen Bildband „Braunschweig gestern/heute“ entnommen, doch einige sind neu. Zu sehen ist die Ausstellung zu den Geschäftszeiten der Volksbank, Montag bis Freitag von 9 bis
18 Uhr.
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