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„Nobody“ ist der Größte – am Mikrofon

Zweiter Braunschweiger Beatbox Contest begeistert Besucher in der Brunsviga – Alle zwei Monate Beatbox Night in der Meier Music Hall

Von André Pause, 28.11.2009

Braunschweig. Bum-tschik, bum-tschik! Die acht besten und kreativsten Oral-Akrobaten der Region „battleten“ beim zweiten Braunschweiger Beatbox Contests im Kulturzentrum Brunsviga vor den Augen und Ohren einer dreiköpfigen Jury um den Acapella-Thron. Sieger wurde schließlich der 20-jährige Vassili Lütke, aka „Nobody“, aus Gifhorn.

„Kommt ein bisschen nach vorne und macht Lärm“, begrüßt Moderator MC Q-Sherp die rund 250 Zuschauer im Saal. Doch bevor es zum Wettkampf kommt, bittet er zunächst die Jurymitglieder auf die Bühne. Rapper MC Jazz, der tschechische Beatbox-Champion En.Dru sowie Tänzer und Beatboxer Patrick Dudek stimmen die Gäste mit einer Kostprobe ihres Könnens auf das Programm der folgenden drei Stunden ein.
Erst danach wird es für die Contest-Teilnehmer ernst. Im Anschluss an eine gemeinsame Vorstellungsrunde im Rampenlicht messen sie sich in drei Durchgängen jeweils Mann gegen Mann im K.-o.-System. Die allein mit Kehle, Mund und Nase produzierten Sounds lassen das Publikum dabei abwechselnd andächtig lauschen und Sekunden später vor Begeisterung explodieren.
Über das Weiterkommen der Kandidaten bestimmen die Juroren anhand verschiedener Kriterien. Dazu gehört zum einen die Technik. Hier geht es um das richtige Tempo sowie das Timing und die Authentizität der Klänge. Der zweite Punkt ist das Image, für das vor allem eine Rolle spielt, wie gut sich das Publikum unterhalten fühlt. Und nicht zuletzt kommt es auf den Inhalt an, bei dem der Umfang des Repertoires und eine abwechslungsreiche Performance Pluspunkte bringen. „Einige Entscheidungen sind uns schon schwer gefallen, da geht es einfach darum, wer es allein in dem Moment besser macht“, erläutert Patrick Dudek. Im Finale ist „Nobody“ seinem Kontrahenten „ExystenZ“ schließlich um eine Nuance voraus und freut sich neben Ruhm und Ehre auch noch über eine hochwertige Loopstation – den ausgelobten Hauptpreis. Mit diesem Gerät kann er künftig seinen eigenen Beat kreieren. Da eröffnen sich natürlich gleich neue Möglichkeiten“, frohlockt der Gifhorner im Anschluss an seinem Triumph.
Ihre Ziele fest im Blick haben auch die Initiatoren des Contests. „Uns ist wichtig, dass Beatbox populär gemacht wird, als eigenständiges Instrument angenommen und anerkannt wird, also nicht nur im Untergrund bleibt“, betont Felix Walzog, Inhaber des Veranstalters Vector Events. Nach ein wenig Recherche in anderen Netzwerken sei bei ihm und seinen Mitstreitern vor zweieinhalb Jahren der Entschluss gereift, einen regionalen Wettbewerb ins Leben zu rufen, der von Acapella über Hip-Hop bis zum Tanz für jeden etwas bereithält. Mit der Veranstaltung in der gut gefüllten Brunsviga ist das auf jeden Fall eindrucksvoll gelungen. „Das Ziel, den Leuten das Beatboxen näher zu bringen, haben wir heute Abend mit Sicherheit erreicht“, zeigt sich auch Projekt-Assistent Samy Attia mit dem Verlauf sehr zufrieden.
Wer durch den diesjährigen Contest Lust auf mehr bekommen hat, oder sich selbst einmal als Human-Beatbox ausprobieren möchte, muss nicht bis zum nächsten Wettbewerb warten. Alle zwei Monate am jeweils ersten Donnerstag im Monat findet in der Meier Music Hall die Braunschweiger Beatbox Night mit offener Bühne statt. Der nächste Termin ist bereits der 5. November. „Das Potenzial für das so genannte fünfte Element des Hip-Hop hat eigentlich jeder, der ein wenig Taktgefühl besitzt“, meint Felix Walzog. Und Patrick Dudek, der heute Workshops in Schulen leitet und bei der Musikschule Fit in Music das Fach Human Beatbox unterrichtet, ergänzt: „Natürlich hat jeder seinen individuellen Sound, wichtig ist aber vor allem die Leidenschaft zur Musik, zu Rhythmus und Groove.“
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