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Neues aus dem Besten von allem geschaffen

Das Jüdische Museum, das die barocke Inneneinrichtung der Synagoge aus Hornburg beherbergt, erstrahlt ebenfalls in neuem Glanz. Foto: A. Pröhle, Landesmuseum

Zweigmuseum Hinter Aegidien ab Freitag wieder geöffnet.

Von Martina Jurk, 21.10.2015.

Braunschweig. Nicht immer lässt sich erahnen, was sich hinter dicken Klostermauern verbirgt. Mit dem Fragment des ehemaligen Benediktinerklosters Hinter Aegidien verhält es sich ähnlich. Darin nämlich ist das Zweigmuseum des Braunschweigischen Landesmuseums beheimatet. 14 Monate lang war es geschlossen wegen umfassender Baumaßnahmen. 730 000 Euro kostete die Sanierung. Ab diesem Freitag ist es für Besucher wieder geöffnet.

„Es ist viel passiert. Ursprünglicher Anlass für die Baumaßnahmen war die denkmalgerechte Restaurierung der historischen Fenster. Inklusion und Brandschutzauflagen kamen hinzu, so dass wir nun eine grundlegende Sanierung des Erdgeschosses durchgeführt haben“, sagte Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann bei der Wiedereröffnung. Der Gebäudekomplex, bestehend aus Teilen des romanischen Klosters, des gotischen Chors und dem früheren Evangelischen Vereinshaus, sei ein interessantes Ensemble. Neues sei aus dem Besten von allem geschaffen worden.

Die erhaltenen Teile des Klosters St. Aegidien sind 900 Jahre alt – und haben eine Zukunft. Das jedenfalls wollen alle an der Sanierung Beteiligten. EU, Bund, das Land, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und das Museum stellten die finanziellen Mittel zur Verfügung. Die Spendenbotschafter, der frühere Domprediger Joachim Hempel, Wolf Horenburg, Armin Maus und Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, haben geholfen, Institutionen, Firmen und Privatpersonen zu motivieren, das Museum zu unterstützen. Rund 13 400 Euro kamen auf diesem Wege€ durch Spenden von exakt 100 engagierten Bürgern zusammen. Sie ermöglichten die Restaurierungen im Bereich des Jüdischen Museums. Das Staatliche Baumanagement hat dafür gesorgt, „dass wir weitere Maßnahmen angehen konnten, die uns schon lange auf dem Herzen lagen“, so Heike Pöppelmann. „Somit sind wir unserem Ziel, den Standort Hinter Aegidien mittelfristig in ein ’Museum der Religionen‘ zu verwandeln, ein gutes Stück näher gekommen.“ Und nicht zuletzt freut sich die Museumsdirektorin über die vielen noch zu entdeckenden historischen und archäologischen Schätze, die die Klostermauern freigeben.
Was wurde neu gemacht? Der Eingangsbereich mit Kasse, Shop, Garderobe und Toiletten, barrierefreie Zuwegung im Außenbereich, im früheren Evangelischen Vereinshaus mit dem Jüdischen Museum fachgerechte Restaurierung der historischen Fenster mit zusätzlichen Innenfenstern sowie modernem Blendschutz, farbliche Neugestaltung der Innenwände, Bearbeitung der Stuckaturen, Freilegung dreier Wandgemälde, Ausstattung mit moderner LED-Lichttechnik.
Die Ausstellung ist im Wesentlichen gleich geblieben. Durch moderne Lichtgestaltung – es wurde eigens dafür eine Lichtdesignerin aus Österreich engagiert – und einige Ergänzungen wird die Wirkung der Räume und Ausstellungsstücke verstärkt. „Eine schöne Sprache“, schwärmt Heike Pöppelmann.
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