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Neu seit 1861: Das Große Haus

Festveranstaltung zum 150 jährigen Bestehen – Wolfgang Gropper erhält Ehrenmitgliedschaft.

Von André Pause, 05.10.2011

Braunschweig. 150 Jahre Großes Haus: „Altes und Neues in ein kreatives Mischverhältnis bringen, einen Gegenpol zur Alltagsgeschäftigkeit sowie den Rahmen für die Beobachtung des Menschen durch den Menschen schaffen – darum geht es uns“, sagte Staatstheater-Intendant Joachim Klement zum Auftakt der Festveranstaltung.

Dass das Haus auf diese bewegte Geschichte zurückblicken darf, führte Johanna Wanka, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, im Wesentlichen auf drei Tendenzen zurück: die einst in Deutschland vorherrschende Festkultur, den Zeitgeist des Realistischen sowie die damalige demografische Entwicklung.
Das Theater am Steinweg wurde am 1. Oktober 1861 nach rund fünf Jahren Bauzeit eingeweiht. Seit seiner Fertigstellung ist das Gebäude immer wieder modernisiert und in seiner technischen Ausstattung verbessert worden. So gehört seit 1881 ein „Eiserner Vorhang“ zur Ausstattung, mit dem Bühne und Zuschauerraum im Brandfall in Sekundenschnelle voneinander getrennt werden können. Von 1902 bis 1904 wurde der Innenraum des Hauses komplett erneuert, wodurch die Parterrelogen und der vierte Rang wegfielen. Im Jahr 1948 wurde das im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte und ab 1944 nicht mehr bespielbare Theater mit einer Vorstellung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ wiedereröffnet.
Wie es die Dramaturgie will, steht die Oper auch auf der Agenda dieser Spielzeit, die Wiederaufnahme erfolgt am 21. Oktober. Also nur alter Wein in neuen Schläuchen? Nein. Dass „Avantgarde heißt, das Alte neu zu denken“ (Titel des Vortrags), betonte Bazon Brock, Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, in seiner unterhaltsamen wie zeitgeistkritischen Festrede. Naturgemäß gebe es mit der Kontinuität eines kulturellen Selbstverständnisses auf der einen und der Hoffnung, dass sich doch irgendetwas ändern möge auf der anderen Seite eine gewisse Doppelgesichtigkeit – auch bezogen auf politische Dimensionen. Nicht gut weg kam bei seiner Betrachtung unter anderem das Braunschweiger Einkaufscenter-Schloss, auch wenn das Gebäude in Anbetracht der Fortschrittsdynamik in seiner „derzeitigen Zumutung wohl folgerichtig“ sei.
Zum Abschluss des zweistündigen, durch vier musikalische Beiträge des Staatsorchesters abgerundeten Festprogramms, bekam Wolfgang Gropper, von 1997 bis 2010 Generalintendant, die Ehrenmitgliedschaft verliehen (siehe auch Seite 2.)
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