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Nach der Pause ist es stimmig

Premiere: Til Schweigers Kinohit „Keinohrhasen“ auf der Bühne der Komödie am Altstadtmarkt.

Von André Pause, 27.03.2011

Braunschweig. Mit „Keinohrhasen“ feierte eine der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen überhaupt Premiere auf der Bühne der Altstadtmarktkomödie. Durch die gelungene Filmfassung aus dem Jahr 2007 lag die Messlatte entsprechend hoch.

Die Handlung: Boulevardreporter Ludo und Paparazzo Moritz wollen den Heiratsantrag Wladimir Klitschkos an Yvonne Catterfeld einfangen. Dabei fällt Ludo durch die Glaskuppel des Restaurants direkt in die Torte der Verlobungsgesellschaft. Dieser Vorfall bringt dem Schwerenöter 300 richterlich verordnete Sozialstunden in einem Kinderhort ein. Anna, die hochgradig verklemmte Leiterin des Hortes, kennt Ludo von Kindesbeinen an und konnte ihn noch nie ausstehen. Als Kind hat er sie geärgert, jetzt dreht sie den Spieß um. Doch, oh Wunder, die beiden kommen sich näher…
Gunnar Dreßler hat das Werk von Til Schweiger und Annika Decker für das Theaterspiel aufbereitet, Regisseur Niklas Heinecke hat es schlussendlich umgesetzt. „Keinohrhasen ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass man Drehbücher ausgezeichnet für die Bühne bearbeiten kann, wenn man nicht versucht, den Film zu kopieren“, wird Heinecke im Programmfolder zitiert. Gerne möchte man sich der Aussage anschließen, doch geraume Zeit fehlt es dem Stück so ziemlich an allem. Viele für den Fortlauf eher unwichtige Szenen, wie das Eingangsgespräch zwischen Reporter Ludo (Florian Kogan) und Jürgen Vogel (Oliver Geilhardt), sind ein wenig zu langatmig geraten. Einige Dialoge wirken recht hölzern. Darüber hinaus – und das ist das vielleicht größte Manko – spielen Stella Denis wie Florian Kogan eher Nora Tschirner und Til Schweiger, die Hauptdarsteller des Films, als Anna und Ludo. Dergestalt plätschert das Stück vor der Pause vor sich hin. Danach kommt allerdings nicht nur das Ensemble in Schwung. Die Geschichte fließt plötzlich, und vereinzeltes Parallelspiel auf der Bühne reißt das Geschehen schließlich doch noch aus dem Dornröschenschlaf.
Rund zwei Stunden inklusive Pause dauert das Stück. Am Ende bleibt solide Unterhaltung mit einem Kuss am Schluss. Das Ensemble weiß insgesamt zu überzeugen, ohne vollends vom Hocker zu reißen. Hervorzuheben ist Oliver Geilhardt, der insbesondere als schmieriger Chefredakteur mit Wiener Schmäh sowie als Stimmungsbär Bello eine gute Figur macht. Der Applaus in der gut besuchten Komödie am Altstadtmarkt ist freundlich. Bis zum
17. April ist „Keinohrhasen“ in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.komoedie-am-altstadtmarkt.de.
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