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Mit manchem Song Frieden geschlossen

Christian Eitner, Bandleader der Jazzkantine, auf einem echten Kind der 80er, dem Golf II. T.A.
Braunschweig: Kleines Haus des Staatstheaters |

Am 22. August läuft das 80er-Musical „Da Da Da“ im Kleinen Haus an – Die nB im Gespräch mit Christian Eitner.

Von Christoph Matthies, 25.07.2015.

Braunschweig. Packt die Schulterpolster ein: Ab dem 22. August begibt sich die Jazzkantine zum zweiten Mal auf einen Nostalgietrip in die 80er-Jahre. An 16 Terminen lädt das schrille Braunschweig-Musical „Da Da Da“ ins Kleine Haus des Staatstheaters. Die nB fragte Christian Eitner, den musikalischen Leiter und (mit Peter Schanz) Autor der bunten Zeitreise, wie er das Jahrzehnt erlebt hat.

?Herr Eitner, Sie sind 49 Jahre alt. In den 80ern waren Sie also genau im richtigen Party-Alter, oder?

!Ich habe die 80er tatsächlich von der Teeniezeit bis in die Sturm-und-Drang-Zeit so richtig komplett mitgenommen. Das hat mich musikalisch sehr geprägt. Die 80er waren so vielseitig wie kein anderes Jahrzehnt, das kann ich guten Gewissens sagen. Wir hatten in manchen Jahren unheimlich viele Nummer-eins-Hits aus ganz unterschiedlichen Musikrichtungen. Das macht es auch für mich als musikalischen Leiter von „Da Da Da“ sehr interessant.

?Waren die 80er das „geilste“ Jahrzehnt, wie ein Radiosender derzeit gerne behauptet?

!Das ist ein bisschen gefährlich, denn man hält die Zeit, in der man selber jugendlich war, natürlich immer hoch. Aber ich würde sagen, es war das Jahrzehnt, in dem es wirklich noch ganz viele verschiedene Gruppierungen gab: vom Punker zum Popper bis hin zum Alternativen oder Öko. Jeder hatte seine politischen Ansichten, jeder hatte seine Musik und auch die entsprechende Mode. Es war wirklich ein buntes, schrilles Jahrzehnt und ich habe es in guter Erinnerung.

?In welcher Szene haben Sie sich damals aufgehalten?

!Ich war irgendwo zwischen Metal, Bauer und Popper. Ich fand schon immer alle mögliche Musik gut, und an die Musik war immer eine Szene geknüpft. Von daher war ich immer bemüht, alles irgendwie mitzunehmen.

?Welche Künstler haben Sie in den 80ern am meisten gekickt?

!Ich war gerade in Hannover bei AC/DC, das ist so eine alte Leidenschaft. Das ist eigentlich die Band, bei der ich mich an geile Schulpartys erinnere, und die mich wirklich umgeblasen hat. Gleichzeitig aber auch so ein Typ wie Prince, der mit Rockgitarren-Einflüssen eher avantgarde Soul-Popmusik gemacht hat. Diese beiden haben mich sehr geprägt.

?Haben Sie auch mit der bonbonfarbenen Musik einer Madonna etwas anfangen können?

!So etwas wie das Atlantis war damals in meiner Clique eigentlich verpönt. Andererseits haben wir uns doch manchmal reingeschlichen, um die wirklich ernst zu nehmende Lasershow und die doch nicht ganz unsexy Girls in ihren Outfits zu sehen. Ich glaube, man hat erst im Nachhinein, beim Aufarbeiten dieser Geschichten, verstanden, warum eine Madonna solch einen Erfolg hatte. Oder warum selbst ein Modern Talking so funktioniert hat. So habe ich mit so manchem Song einen Frieden geschlossen.
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