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Mission „Gesunde Mohrrübe“

Theater für Kinder: „Zuckeralarm“ heißt das neue Stück der Agentur für Weltverbesserungspläne.

Von Marion Korth, 07.04.2013.

Braunschweig. Die Zuckermafia jagt die Agentin Emma Stern. Das ist, inhaltlich kalorienreduziert, die Geschichte, die Ulrike Willberg in ihrem neuen Stück „Zuckeralarm“ erzählt. Statt süßen Zuckergusses gibt’s knallharte Action, bis der Kandis knackt. Premiere ist am Sonnabend (13. April) in der Kaufbar.

Danach soll das Eine-Frau-Stück auf Reisen gehen, Emma Stern unterwegs in geheimer Mission in die Klassenzimmer dieser Welt, der Agentennachwuchs will schließlich geschult werden. Ulrike Willberg hat zwei Zeigefinger, nur pädagogisch will sie keinen davon erheben – bloß nicht. „Aber vielleicht einen kleinen Anstoß geben …“, schiebt sie nach. Sich bewusstmachen, was und wie viel man isst, woher das Essen kommt. Im Supermarkt wirft sie gern mal einen Blick in die Einkaufswagen der anderen und wundert sich „wie viel Mist darin ist“. Zucker zuhauf, mal mehr, mal minder versteckt: Limonaden, Süßigkeiten, Kuchen, Tiefkühlkost. Die Heldin des neuen Theaterstücks mochte es auch nicht mehr ansehen und beschloss als zwölfjähriges Moppelkind, die Machenschaften des fiesen Sipper zu durchkreuzen, der massenweise Süßigkeiten an die Kinder verteilt, um sie auf den süßen Geschmack zu bringen.
Wie sie das macht, das erzählt Schauspielerin Ulrike Dallapozza in einem Wahnsinnstempo (die 45-Minuten-Schulstunde muss reichen) und in immer neuen Rollen. Regisseurin Ulrike Willberg mag ihre Heldin, die ein bisschen so ist wie Emma Peel (die in den hautengen Leder-Einteilern aus „Schirm, Charme und Melone“). „Für die Zeit damals eine erstaunlich aktive Frauenrolle“, sagt Regisseurin Willberg. Hübsch und humorvoll war Emma Peel obendrein, weshalb sie noch immer als Vorbildcharakter für Emma Stern und die Mädchen im Klassenzimmer taugt. „Und die Jungs finden sie auch cool, aber wohl vor allem wegen der Action“, sagt Ulrike Willberg. Spielerisch wird dann doch so manche Botschaft ausgesandt, ohne das ganze Zuckerzeugs zu verteufeln. Handfeste Ergebnisse sind die selbst gerührte Quarkspeise und die gerösteten Sonnenblumenkerne, die anschließend gemeinsam verspeist werden. Es ist schon erstaunlich, wie viel Inhalt eine Person aus einem einzigen Koffer, in einem Klassenzimmer ohne Kulisse zaubern kann. Das junge Probenpublikum habe gedanklich jeden Ortswechsel mitgemacht. „Man kann einen Ort behaupten, und dann ist er da, das ist Kindern völlig vertraut“, sagt Ulrike Willberg. Ihr macht es Spaß, Theater von einer anderen Seite, jenseits üblicher Vorstellungen zu zeigen. Mit den Produktionen ihrer „Agentur für Weltverbesserungspläne“ hat sie schon oft ernste und große, ja globale Themen angepackt. In dem Stück „Hunger“ ging sie komödiantisch der Frage nach, warum die Reichen immer dünner und die Armen immer dicker werden. „Schon damals wollte ich so etwas auch für Kinder machen“, erzählt Willberg. Daraus ist „Zuckeralarm“ entstanden.
Ein bisschen süß darf aber sein – für die Seele und den Genuss. „Ich trinke gern heiße Schokolade, ohne schlechtes Gewissen“, sagt Ulrike Willberg und lacht.

INFO

Die Agentur für Weltverbesserungspläne präsentiert: „Zuckeralarm – ein genussvolles Theaterabenteuer für das Klassenzimmer, die Schulküche und andere Einraumwohnungen“. Geeignet als Schultheaterstück für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren.
Kontakt per E-Mail: uwillberg@aol.com .
Premiere: Sonnabend (13. April) ab 19 Uhr in der Kaufbar. m
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