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Miro als Ivo auf der Alm

Miroslav Nemec liest im MK aus seinem Krimi. Foto: T.A.

Miroslav Nemec stellte beim Krimifestival seinen ersten Roman vor.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.11.2016.

„Heute klappt nichts“ – Miroslav Nemec ist ein wenig genervt. Schneefall hatte am Dienstag seine Anfahrt von Lüneburg über Uelzen nach Braunschweig zu einer wahren Abenteuertour werden lassen, inklusive stundenlanger Zugverspätungen und gemeinsamer Pinkelpause mit einem Taxifahrer, der die einsamen Landstraßen, durch die er seinen prominenten Gast kutschierte, auch noch nie gesehen hatte.

„Ich tue das Jackett weg, ja?“, sagt er, als er auf der Bühne im Martino-Katharineum steht, „ich hab Hitzewallungen“. Er ist noch „in Fahrt“, und das soll auch den Abend über so bleiben. Der Mann hat Temperament.
In Jeans, schwarzem Pullover und schwarzen Stiefeletten sitzt er an einem Pult, um aus seinem ersten Roman „Die Toten von der Falkneralm“ zu lesen. „Ein bisschen kenne ich das ja schon, weil ich ja bereits meine Biografie Miroslav Jugoslav geschrieben habe“, erzählt er, „aber ein Roman ist schon noch eine größere Nummer.“ Sein Verlag hat ihn sozusagen überredet dazu, „schreib doch ein Kochbuch“ hat ihm der Verleger vorgeschlagen, „oder ein Witzebuch, oder ein witziges Kochbuch“. Oder eben einen Krimi.

Und da hat es gefunkt. Denn seit gut einem Vierteljahrhundert ist Miroslav Nemec schon Ivo Batic. Oder umgekehrt. Der Tatortkommissar ist so bekannt, dass er häufig auch im richtigen Leben als „Herr Batic“ angesprochen wird. Miroslav Nemec ermittelt in seinem ersten Kriminalroman als er selbst. Der echte Kriminalkommissardarsteller lässt sich selbst durch einen fiktiven Tatort stolpern. Das ist neu und unterhaltsam. Denn besonders interessant ist, was der Miro über sich selbst erzählt, über Film und Proben, übers Töchterchen, den Kollegen Leitmeyer, über weibliche Fans. Ein cooles Buch.
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