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Minnesänger halten Hof

Europäisches Festival seit Donnerstag – Sängerwettstreit in St. Martini

Von Sebastian Walter

Braunschweig. So klingt das Braunschweiger Kaiserjahr: Auf dem viertägigen Minnesang-Festival halten Sänger und Ensembles aus ganz Europa Hof. Gestern gastierten die Franzosen Flor Enversa (Foto) im gut besuchten Dom St. Blasii.

Das Trio besang mit historisch überlieferten Texten und Melodien die Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts. Bei Redaktionsschluss noch in vollem Gange war der Sängerkrieg in der St. Martini Kirche. Mehr als ein Dutzend Musikanten, Spielleute und Darsteller aus dem gesamten Kaiserreich huldigten Otto IV. in einem musikalischen Wettstreit: Braunschweig sucht den Minnestar. Die Minnesänger buhlten um die Gunst des Kaisers und seines Gefolges. Otto IV. soll sich selbst in der Kunst der romantischen Dicht- und Sangeskunst versucht haben. Wobei im Mittelpunkt der im 11. Jahrhundert entstandenen Liebeslyrik vor allem das Buhlen und Werben um die Herzensdame stand, meist mit enttäuschendem Ausgang. Erst später kamen politische, religiöse und moralische Themen hinzu, bekanntester Vertreter dieser Stilrichtung ist Walther von der Vogelweide. Er war es auch, der den Braunschweiger Kaiser zum Mittelpunkt seines so genannten Ottentons machte.
Dieser Beziehung zwischen Sänger und Regent widmete sich am Donnerstag Karsten Wolfewicz mit seinem musikalischen Vortrag. Am Freitag gastierte das Ensemble Karmina im Altstadtrathaus (Foto). Die elf Musiker spielten bereits in Afrika, Japan oder den USA und präsentierten authentische Musik auf historischen Instrumenten, natürlich in den Gewändern jener Zeit.
Am heutigen Sonntag beschließen zwei weitere Auftritte das viertägige Musikspektakel mit seinen insgesamt sieben Vorführungen. Gaststar ist der britische Tenor John Potter im Dom St. Blasii.

Heute: „Der Einfluss des Troubadourgesangs auf den deutschen Minnesang“ – Vortrag und Musik mit Knud Seckel, Alsbach (Eintritt fünf Euro), von 11 bis 12.30 Uhr im Altstadtrathaus. Seckel gewann mehrere Wettbewerbe.
„Swaz ich singe: daz ist wâr – Minnesänger, Minstrels, Troubadours“ – Mittelalterlicher Gesang im Dreieck England, Frankreich, Deutschland mit John Potter, Tenor, und Jan Walters, Harfe (Eintritt 15 Euro), von 14 bis 15.30 Uhr im Dom. Potter ist bekannt durch seine Mitwirkung beim legendären „Hilliard Ensemble“.
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