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Mein Besuch der Montagsdemonstrationen

Braunschweig.
Bragida, Pegida und bestimmt bald auch PEgPedA ( Patriotische Europäer gegen Pegidisierung des Abendlandes ) sind derzeit in aller Munde. Grund genug für mich, mir die besagten Spektakel einmal anzusehen.


Nun muss ich dazu sagen, dass ich mit einem gewissen Unwohlsein zu diesen besagten Veranstaltungen ging. Das Unwohlsein dabei betraf nicht nur die Bragida Seite - Nein auch der Anti-Bragida-Kundgebungsseite begegne ich mit gemischten Gefühlen.

Nicht weil ich die Meinungen der Bragida teile, sondern eher weil mir das aggressive Vorgehen der Redner auf dieser Seite der Veranstaltung Sorgen macht. Auf der einen Seite wird für Toleranz und Respekt gepredigt, für ein buntes Braunschweig geworben und mobil gemacht. Auf der anderen Seite lassen es sich die Redner nicht nehmen, aggressiv mit der Nazikeule zu schwingen und Bedrohungen a la " Wir wissen wer ihr seid!" herumzuwerfen und die Menge jubelt und klatscht.

Dabei wurde mir erst bewusst, wie radikal auch auf dieser Seite mit anders denkenden Mitbürgern umgegangen wird. Ja, ein Bündnis gegen rechts ist gut und sinnig. Doch sollte sich ein Bündnis gegen rechts und gegen Radikalismus mit solchen radikalen Äußerungen gegenüber anders denkenden präsentieren? Sollte "Ausländerhass/Islamhass" ( wie es in den Medien oft dargestellt und beziffert wird ) wirklich mit "Nazihass" bekämpft werden? Kann man die Teilnehmer dort tatsächlich mit Hass-Parolen dazu ermutigen, ihre Einstellungen zu überdenken?

Dem Meinungsbildenden Grundgedanken hinterherlaufend besuchte ich dabei natürlich auch die Bragida-Seite mit ihren paar Männikieken. Nun - was soll man schon dazu sagen. Da liefen ein paar Leutchen herum, deren Zugehörigkeit zur Hooliganszene man an der Kleidung festmachen könnte. Die anderen Teilnehmer der Veranstaltung würde ich in die Kategorie stecken, mit der aktuellen Politik unzufrieden zu sein. Nun geht es mich nichts an und jeder muss für sich selbst entscheiden ob er sich dieser Organisation anschließt oder nicht.
Ich persönlich konnte mein Unwohlsein weder auf der einen noch auf der anderen Seite verlieren. Bin ich doch ein Mensch der für Toleranz und Gleichheit aller Menschen und aller Religionen steht, für ein friedliches, harmonisches und demokratisches Miteinander wirbt . Aber mit Aggression komme ich weder auf der einen - noch auf der anderen Seite klar.

Manchmal habe ich den Eindruck dass wir Menschen das miteinander reden vergessen haben und das einander zuhören verlernt haben. Doch davon lebt die Demokratie. Von vielen verschiedenen Meinungen. Und wenn nur noch eine Meinung richtig sein soll - Ist das dann noch eine Demokratie?

Mein abschließender Vorschlag wäre - Brecht die Zäune auf und schließt euch zusammen. Haltet Schilder hoch auf denen "Stopp zu TTiP" und "Gegen die Abschaffung der Demokratie" steht ;) Dann verlasse ich mein warmes zu Hause ganz sicher auch mal wieder für eine Montagsdemonstration.
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3 Kommentare
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Patrick W. Müller aus Braunschweig - Innenstadt | 21.10.2015 | 08:58  
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Patrick W. Müller aus Braunschweig - Innenstadt | 23.10.2015 | 12:31  
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Patrick W. Müller aus Braunschweig - Innenstadt | 23.10.2015 | 13:02  
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