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Manager und Musiker: Immer der Nase und den Noten nach

Peter Brenner hat 2002 die Musikschule „FIT IN music“ gegründet – Eine Erfolgsgeschichte.

Von Marion Korth, 12.05.10

Braunschweig. Er ist der Mann mit der Gitarre und er ist Manager. Peter Brenner (36) hat zwei Talente zusammengebracht, seine Musikschule „Fit in Music“ füllt mittlerweile die Jugendstilvilla an der Jasperallee 33.

Unterrichts- und Büroräume bis unters Dach. Nachmittags ist das Haus voller Musik: Hinter einer Tür spielt jemand Querflöte, woanders wird gesungen. Die Schule zu leiten, ist ein Vollzeitjob: Personalführung, Marketing, Organisation, Qualitätsmanagement, Investitionsplanung. Als Musiklehrer oder Musiker ist Peter Brenner jetzt eher selten tätig. Aber manchmal greift er doch zur Gitarre, tritt mit Alexander Dorenberg als Duo Lagerfeuer auf, geht mit Alt-Rock’n’Roller Ted Herold auf Tour. Mit der Band „Milch auf Ex“ kam Peter Brenner richtig weit, war 1996 Support für Bon Jovi. Damals lernte er viel über Management und Musikbusiness – auch über die Tücken. Irgendwann meinte er, genug herumgekommen zu sein. Er machte sich selbstständig. 2002 begann die Erfolgsgeschichte von „FIT IN music“.
Wenn Peter Brenner zwischen Telefongesprächen und Buchhaltung eine Pause braucht, „dann gehe ich einfach durch die Flure und dann weiß ich, wofür ich das mache“, sagt er. „Papierkram“ fällt reichlich an. Viele hundert Schüler, 70 Lehrer, die als freie Mitarbeiter ihr Wissen weitergeben, dazu ein fester Mitarbeiterstab, der im Büro die Fäden zusammenhält. Kein Vergleich mit den Anfängen, als Peter Brenner als Schüler nachmittags noch ein bisschen Gitarrenunterricht gab. Oder nach dem Abitur, als er sich mit diesen Stunden finanziell über Wasser gehalten hat.
„Schülerorientierter Musikunterricht bei Lehrern, die selber auf der Bühne stehen und ihren Schülern wertvolle Erfahrungen aus der Praxis weitergeben, das ist unsere Philosophie“, meint er. Der Rock-Pop-Bereich hat von Anfang an einen breiten Raum eingenommen, auch das war etwas Besonderes. Hamburg und Garbsen sind nur zwei Orte, wo heute Schulen von Franchisenehmern betrieben werden.
Filiale in Bayern
Eine Filiale des Braunschweiger Unternehmens gibt es sogar in Bayern. Der regionale Unterschied lässt sich nicht nur daran festmachen, dass dort Unterricht auch auf Zither und Hackbrett angeboten wird. Manches ist in Bayern nicht nur anders, sondern besser, meint Brenner. Eine kommunale Förderung für privat gegründete Kulturbetriebe gibt es auch dort nicht, aber Schüler erhalten personenbezogen einen Zuschuss, damit möglichst viele Familien sich den Musikunterricht leisten können.
Eine gute Sache, weil Musik ein Leben reicher macht. „Musik vereint so vieles“, sagt Peter Brenner voller Überzeugung. Sie habe eine emotionale Komponente, sie fördere die Konzentration und die Denkfähigkeit ganz allgemein. „Wir bilden Köpfe aus“, beschreibt er die Dienstleistung seiner Musikschule. Er sieht sich und sein Unternehmen zu Beginn einer Wertschöpfungskette. Denn wer später einmal in der Musikwirtschaft tätig wird, hat garantiert vorher Unterricht gehabt. Aber in vielen Köpfen sei ohnehin noch nicht angekommen, dass es eine Kultur- und Kreativwirtschaft gibt und dass sie neben der kulturellen Bereicherung einer Stadt auch in deren wirtschaftlichen Gefüge eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Mit Musik aufgewachsen
Die berufliche Richtung war vorgegeben. Peter Brenner ist mit Musik aufgewachsen. Seine Mutter spielte ihm am Klavier vor, er lernte Trompete und dann E-Gitarre. Tochter Matilda, gerade ein halbes Jahr alt, ist schon zur musikalischen Früherziehung angemeldet, auch Carla (3) besucht die Musikschule, Julius (5) wurde gerade abgemeldet. „Der hat momentan keine Lust“, sagt sein Papa und lacht. Er selbst hat das Gitarrespielen vom Hobby zum Beruf und jetzt wieder mehr zum Hobby gemacht. Spielen einfach so, weil es Spaß macht, nicht um Geld zu verdienen. Fast schon wieder eine neue Erfahrung, eine schöne noch dazu. Musik macht ein Leben reicher – für Peter Brenner gilt das uneingeschränkt.
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