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Lust an der Bewegungskreation

Tanzvermittlerin Dominika Willinek, Tanztheaterleiter Gregor Zöllig und Dramaturg Diether Schlicker (v.l.) berichteten im Journalistengespräch über ihre Arbeit. Foto: André Pause

Das Tanz-Leitungsteam am Staatstheater sprach über Arbeitsweisen und das Profil der Sparte.

Von André Pause, 25.03.2016.

Eine halbe Saison am Staatstheater Braunschweig haben sie in etwa hinter sich. Das nahmen Tanztheaterleiter und Chefchoreograph Gregor Zöllig, Dramaturg Diether Schlicker und Tanzvermittlerin Dominika Willinek zum Anlass, um jetzt über den Status Quo ihrer Arbeit im Haus, ihre Arbeitsweisen, die Ausrichtung und das neue künstlerische Profil der Sparte Tanz zu informieren.

Für das Leitungsteam wie für die anwesenden Journalisten war das Gespräch in der DRK-Kaufbar zugleich eine nachgeholte Vorstellungsrunde. Ebensolche hatte es bislang nicht gegeben, dabei hat das Trio schon jetzt eine Menge zu berichten. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte Gregor Zöllig seinen Vorgänger Jan Pusch als Leiter der Tanzsparte beerbt. Zwei Zöllig-Produktionen – „Rasender Stillstand“ und das „Brahms Requiem“ – feierten seitdem Premiere. Positives Zwischenfazit: Beide Abende, vor allem aber das opulente Requiem, wurden vom Publikum gefeiert.

Der passive Tanz-Genuss im Theater ist allerdings nur eine von drei Säulen im Konzept des neuen Leitungsteams. Das künstlerische Profil der Sparte möchte Zöllig unterscheidbar zu dem anderer Häuser in relativer Nähe (Hannover, Kassel) gestalten. Ziel sei, die vielfältigen Facetten des zeitgenössischen Tanzes zu präsentieren – nicht als Nischenphänomen wohlgemerkt, sondern gut sichtbar in der Stadt und bei den Bürgern verankert. Das soll zum einen durch starke eigene Themen passieren. „Wir möchten die Lust an der Bewegungskreation sichtbar machen, legen den Fokus dabei verstärkt auf die Gruppenchoreographie“, sagt Zöllig. Zusätzlich zu den Arbeiten der Compagnie wird sich der Disziplin mit der neuen Vortrags- und Gesprächsreihe „Tanz im Wort“ intellektuell, mit fundierter geschichtlicher Einordnung gewidmet. Und drittens gibt es mit Dominika Willinek erstmals eine Tanzvermittlerin am Staatstheater Braunschweig.
Die hat derzeit alle Hände voll zu tun, denn das partizipative Projekt „Tanzwärts: That‘s Life“ wirft seine Schatten voraus. Jeder der mochte, und die Bereitschaft sowie die Zeit mitbrachte, fünf Wochen lang drei Stunden täglich zu trainieren, konnte sich anmelden. 160 Teilnehmer im gesamten Altersspektrum – darunter ganze Schulklassen – sind es nun, die in acht Gruppen von jeweils zwei Tänzern der Compagnie betreut werden. Das erste Treffen findet am 9. April statt, die Premiere ist am 22. Juni. Mit der „Tanzwärts“-Reihe möchte Gregor Zöllig ein Identifikationsangebot machen: „Wir wollen zeigen, dass das Theater nicht der hehre Musentempel ist, sondern ein Raum für die Bürger der Stadt.“
Informationen zum gesamten Programm der Tanzsparte finden sich im Internet unter der Adresse www.staatstheater-braunschweig.de .
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