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Liebeserklärung an die atemberaubende Natur

Tierfilmer Oliver Goetzl, Dirigent Matthew Freeman und Moderator Max Moor (v.l.) bei der Pressekonferenz in Prag.
 
Der britische Dirigent Matthew Freeman probt mit den „The City of Prague Philharmonic Orchestra“-Musikern die Kompositionen von George Fenton. Fotos: André Pause

Show mit Bildern der BBC-Naturdokumentation „Eisige Welten“ und Livemusik der Prager Philharmoniker am 21. Februar in der Volkswagenhalle.

Von André Pause, 31.10.2015.

Prag. Konzentration ist Trumpf, im Probenraum der Prager Philharmoniker („The City of Prague Philharmonic Orchestra“) unweit des bekannten Wenzelplatzes im Zentrum der tschechischen Hauptstadt. Der britische Gast-Dirigent Matthew Freeman wendet sich an die Musiker: „Alle zurück zu 16, Tutti.“

Alle steigen ein, vertonen als klassischer Klangkörper die atemberaubenden Impressionen auf den Bildschirmen im Raum. Die stammen aus der BBC-Naturdokumentation „Eisige Welten“, der bislang größten Film-Expedition in die extremsten und abgelegensten Teile unseres Planeten: die Arktis und die Antarktis. 35 Kamerateams waren 2300 Drehtage in der Luft, an Land, im Wasser und unter dem Eis fernab jeglicher Zivilisation unterwegs. Vier Jahre lang wurde insgesamt produziert.
Am 21. Februar wird die vor vier Jahren auch im ZDF ausgestrahlte Serie als 13 Sequenzen umfassende, verdichtete Filmkonzert-Show in der Braunschweiger VW-Halle zu erleben sein. Bis dahin gibt es noch ein bisschen Arbeit für die Mehrzahl der Beteiligten: für Freeman, das 80-köpfige Orchester, und für Max Moor, den Moderator des Kulturmagazins „ttt – titel, thesen, temperamente“, der durch alle 14 Shows führen wird.
Der Einzige, unter den beim Pressetermin Anwesenden, der sich jetzt entspannt zurücklehnen kann – wenn er nicht schon wieder in anderen Ecken der Welt unterwegs ist – ist der studierte Biologe und Tierfilmer Oliver
Goetzl. Für ihn waren die Dreharbeiten zur BBC-Produktion in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: „Sonst sind wir eher unser eigener Herr, lassen, wenn es nicht anders geht, die Ursprungsidee schon mal außen vor. Manchmal ist ein Wisent im Schnee gefragt, doch dann sind es -20 Grad und es schneit einfach nicht ... Die Natur diktiert da ja manchmal ihre eigenen Geschichten. Dieses Abrücken ging in diesem Fall gar nicht, weil der Text quasi schon feststand.“ Für die Vielfraße in „Eisige Welten“ waren Goetzl und sein Geschäftspartner Ivo Nörenberg sieben Wochen an der finnisch-russischen Grenze unterwegs – für gut zwei Minuten Filmergebnis. Das klingt hart. Eine größere Herausforderung bei solchen Extremdrehs sei jedoch oft eine andere, die zwischenmenschliche Komponente: „Das ist die Situation, wenn es fünf, sechs Tage am Stück stürmt, man aufeinandergluckt, nicht raus kann und sich auf den Wecker fällt“, so Goetzl. Ein weiterer Knackpunkt: Auch auf einen kältebedingten Ausfall des technischen Equipments müsse man immer vorbereitet sein.
Im Gegensatz zu Goetzl und seinen Filmkollegen, die neben den Vielfraßen zahlreiche weitere Polarbewohner, wie Pinguine, Wale, Eisbären und Seevögel effektvoll ins rechte Licht gerückt haben, beginnt die heiße Phase für alle anderen Beteiligten eigentlich erst jetzt.
Anfang 2016 werden Matthew Freeman und das Orchester die Aufnahmen der zweistündigen Show dann passgenau mit der Musik des Komponisten George Fenton untermalen. Und Max Moor? „Ich würde den Ehrgeiz haben, nicht ganz bierernst zu sein. Meine Position ist eher die des Staunenden. Mit dem Ziel, den Menschen genau die Information zu geben, die sie benötigen, um die Bilder noch interessanter zu finden“, skizziert der Moderator.
Er selbst verspüre bei der Betrachtung derselben manches Mal Lust, das Gesehene nachzuerleben. „Offen gesagt war das auch schon so, bevor ich die Bilder gesehen habe. Unsere Oma ist gerne mit uns ins Kino gegangen, und es waren immer Tierfilme. Als kleiner Junge habe ich gedacht, ich habe so viel Zeit und Leben vor mir: Ich werde das alles kennenlernen. Mittlerweile ist diese Illusion nicht mehr da. Aber die Sehnsucht natürlich weiterhin riesig. Ein bisschen hat sich das geändert, weil ich finde, dass wir da eigentlich nichts verloren haben. Dass die Leute dorthin gehen, um Bilder zu machen, ist schon an der Grenze“, sagt Moor, der generell ungern auf den erhobenen Zeigefinger setzt. Und so vertraue er auch bei „Eisige Welten“ eher auf die Wirkmacht der Bilder und eine damit einhergehende Sensibilisierung.
Den Zuschauern der Show wünscht der TV-Mann in erster Linie eines: „Ideal wäre es, wenn sie mit dem Gefühl nach Hause gehen, einen tollen Abend erlebt zu haben. Ein schöner Aspekt ist sicher auch, dass Leute die sonst nicht in ein klassisches Konzert gehen, sehen, was ein Orchester kann.“
Tickets für die Show sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Weitere Infos unter www.eisige-welten-live.de
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