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Liebe, Tanz, Tod – alles ist Musik

Tanz, Rhythmus, Leidenschaft – die puerto-ricanischen „Sharks“ zeigen ihre Stärken: Die Jugendbande um den Anführer Bernado (Adrian Becker vorn mit Anita Sigalit Feig) betont mit Stolz ihre Wurzeln in der Karibik. Fotos: Karl Bernd Karwasz/oh (Foto: Foto: Karl Bernd Karwasz/oh)

Philipp Kochheim inszeniert Leonard Bernsteins „West Side Story“ auf dem Burgplatz.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 9. Juli 2014
Braunschweig. Da ist Feuer unterm Dach. Oder – in diesem Fall – Feuer auf dem Dach. Rasant und voller Leben rauscht Philipp Kochheims Version der „West Side Story“ über die Dächer Manhattans. Mitten in Braunschweig.
Premiere war diesmal am Sonntag (wegen Fußball) und Montag, die Besetzung alterniert in den beiden Hauptrollen. Die Geschichte ist ein Klassiker, Shakespeares Romeo und Julia stand Pate für das Musical, das Leonard Bernstein 1957 in die Upper Westside von New York transportierte. Zwei Jugendgangs, die amerikanischen „Jets“ und die puerto-ricanischen „Sharks“ liefern sich Machtkämpfe; zwischen diesen Welten scheitert eine große Liebe – Maria und Tony – dramatisch. Eine Spirale des Hasses dreht sich scheinbar unaufhaltsam.
Operndirektor Philipp Kochheim ist beim Original geblieben. Was er da auf die Bühne stellt, ist grandios. Eine kluge, zurückgenommene Personenführung steht in kontrastreichem Gegensatz zu den geradezu wilden Tanzszenen.
Vor allem sein Choreograf Alonso Barros hat da ganze Arbeit geleistet. Er jagt die mehr als 20 Darsteller in einem unerhörten Tempo über die Bühne, die Jungs und Mädels können perfekt tanzen, singen grandios und sehen auch noch umwerfend aus. Echte Hingucker. Sie erzählen die Geschichte mit ihren Körpern, ihrer Mimik, im Tanz. Mitunter fallen sie geradezu wie ein Rudel Wölfe übereinander her.
Getragen von der ewig jungen Musik Leonard Bernsteins. Dirigent Georg Menskes und sein Staatsorchester spielen Hits wie „America“, „Somewhere“ oder „I Feel Pretty“ frisch und klar, sie führen geradezu das Ensemble durch die Arena. Liebe, Leben, Tod – alles ist Musik.
Beide Premierenabende überzeugten, beide Besetzungen haben ihren Reiz. Moran Abouloff und Simone Lichtenstein als naiv-hoffnungsvolle Maria, Arthur Shen und Matthias Stier als ihr geliebter Tony. Große Darsteller, große Stimmen.
Wer es schafft, sollte unbedingt beide Besetzungen sehen, aber das dürfte daran scheitern, dass bereits alle Vorstellungen ausverkauft sind.
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