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Kurz vor der Heimreise

Die Künstlerin Christel Lechner mit einer ihrer Figuren. (Foto: Foto: Thomas Ammerpohl)
 
Christel Lechner (hinten links) und ihre Figurengruppe vor dem Schloss bekamen Besuch von den Judokindern des Polizeisportvereins. Mehr Bilder unter www.unser38.de . (Foto: Foto: Ute Eggeling/oh)

Christel Lechner packt am Sonntag ihre Skulpturen wieder ein – Verlosung einer Miniaturfigur

Von Ingeborg Obi-Preuß, 1. Juli 2014
Braunschweig. „Normale Menschen mit ihren Spuren“, erklärt Christel Lechner den Zauber ihrer Figuren, die noch bis Sonntag die Stadt bevölkern.
Helga und Karl heißen sie, oder auch Ilse; „das ist meine Schwester, die mit ihrem dicken Hintern ins Wasser springt“ – erzählt die 66-jährige Künstlerin lachend. Manche Figuren haben Namen, viele auch nicht. Manche haben schon Jahre auf dem Betonbuckel, überlebten – mitunter leicht lädiert – die Tingeltouren im Pferdeanhänger, als sie noch nicht so begehrte Kunstobjekte waren wie heute.
Inzwischen sind Christel Lechners Skulpturen eine Marke, die gelernte Keramikerin betreibt seit fast 15 Jahren eine Großwerkstatt. Auf ihrem „Lechnerhof“ im Ruhrgebiet stehen mehr als 170 Einzelfiguren und Gruppen.
40 davon sind jetzt in Braunschweig „zu Besuch“. Ausgeliehen vom Verein Happy Rizzi Haus. Die Möglichkeit der Ausleihe hat sich als clevere Geschäftsidee entpuppt. „Denn viele Städte oder auch Firmen möchten meine Figuren gern zeigen, aber eben nur für eine gewisse Zeit“, erzählt Lechner. Deshalb kommen sie wieder zurück. Damit ist beiden Seiten gedient, die Kunden haben nicht das Platzproblem, und die Künstlerin kann ihre Figuren mehrfach zeigen.
„Ich kenne Christel und ihre Skulpturen seit vielen Jahren“, sagt Olaf Jaeschke, Galerist und Schatzmeister des Rizzi-Haus-Vereins, „und ich bin ein glühender Fan.“ Dennoch hat es fast ein halbes Jahr Vorbereitung gebraucht, bis die Figuren anreisen durften. „Sicherheitsaspekte, Standfestigkeit und vieles mehr mussten geklärt werden“, erzählt Jaeschke. Nun aber sind die 40 lebensgroßen Figuren ein echter Publikumsrenner, „die Menschen kommen aus ganz Deutschland, sogar aus dem Ausland haben wir Besucher“, erzählt Jaeschke.
Sonntag ist Schluss, dann reist Christel Lechner wieder an, um mit einzupacken. Sie ist immer dabei. Am Anfang und am Ende. „Einmal habe ich das aus der Hand gegeben“, blickt sie zurück, „es war ein Fehler.“
Denn sie hat ihre Figuren genau im Kopf, „es geht um wenige Zentimeter, ja, oft nur um Millimeter“, erklärt sie. Jede Figur muss genau auf ihren Platz.
Bei aller Liebe, Christel Lechner trennt Arbeit und Privatleben. „Die Figuren kommen nicht in meine Wohnung und auch nicht in meinen Garten“, sagt sie. Sie braucht Platz für ihre Gedanken. „Ich habe noch so viele Pläne auf meinem Zettel in meinem Kopf“, sagt die agile Frau, die deutlich jünger wirkt als 66.
Über die Jahre hat sie eine professionelle Distanz aufbauen können, die Skulpturen bekommen keine Namen mehr – Helga, Karl und Ilse stammen aus einer der ersten Generationen.
Auch mit dem immer wieder auftretenden Vandalismus kann sie inzwischen umgehen. „Früher habe ich geweint“, sagt sie, „heute weiß ich, dass das im öffentlichen Raum dazugehört, und ich weiß, dass meine Mitarbeiter das bis zur nächsten Ausstellung sehr gut reparieren können.“
Auf unserem Mitmachportal www.unser38.de können User eine Miniaturfigur von Christel Lechner gewinnen. Einfach mal reinklicken und mitmachen.
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