Anzeige

Kunstwerke auf Wohnungssuche

Bürgerstiftung verkauft und versteigert „Schlummernde Kunst“ für gute Zwecke

Von Marion Korth

Braunschweig. Echte Kunst und auch ein bisschen Kitsch: Im Blauen Saal des Schlosses gibt es beides. Zum Anschauen die Stücke, die am 25. Oktober versteigert werden, aber auch etliche Gemälde und Zeichnungen direkt zum Kaufen.

Mit der Idee zur Auktion „Schlummernde Kunst“ hat die Bürgerstiftung Braunschweig keine schlafenden Hund geweckt, aber den Dornröschenschlaf mancher vergessener Gemälde und Objekte beendet. Braunschweiger Bürger, darunter viele Künstler und auch Sammler, haben sich für den guten Zweck von einigen ihrer Stücke getrennt. „Wir haben 477 Bilder bekommen“, freut sich Karin Heidemann-Thien, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Das Geld, das durch Verkauf und Versteigerung zusammenkommt, ist gut angelegt: Ein Teil des Erlöses bleibt im Schloss, genauer in der Stadtbibliothek. 100 Prozent Steigerung bei den Neuanmeldungen, 80 Prozent bei den Ausleihen im Kinder- und Jugendbereich seit dem Umzug – bei so viel Interesse müssen neue Bücher her, das will die Stiftung unterstützten. Mit der Jugendkunstschule Buntich soll Kindern aus benachteiligten Familien im westlichen Ringgebiet die Möglichkeit zu kreativer Arbeit gegeben werden. Und mit dem dritten Teil der Einnahmen wird ein Kunstobjekt für den Lichtparcours finanziert. „Kunst geht in Kunst“, beschreibt Heidemann-Thien den Gedanken.
Mit 12 000 Euro ist das einzig jemals gefertigte Braunschweig-Ei aus der Kunstschmiede Fabergé angesetzt. Aber es gibt auch „echte Schnäppchen“. Zum Beispiel ein Foto von Stephan Huber, Startgebot 180 Euro. „Der wird sonst in Tausendern gehandelt“, sagt Heidemann-Thien. Aber auch ein Beuys, Monkiewitsch, Pechstein oder Kokoschka ist zu haben. Die HBK-Studentin Anikó Merten und der Kunstpädagoge Karlo Kalz hatten sich in die Sichtungsarbeit gestürzt. Einiges kam etwas angestaubt, Urheberschaft unklar. Manche Signatur gibt bis heute Rätsel auf. Im Auktionskatalog steht deshalb auch ab und an ein Fragezeichen.
Was nicht in die Versteigerung geht, kann ab morgen gekauft werden: Die Birke in Bleistift für zehn Euro, der „Ölschinken“ mit knallbuntem Blumenstrauß für 15 Euro. Selbst Heinrich VIII. wird in Gemäldeform verkauft.

Von Montag bis Freitag (14 bis 18 Uhr) ist die Vorbesichtigung der Kunstwerke, die für die Auktion bestimmt sind, möglich, am Sonnabend von 10 bis 14 Uhr. Ab 12.30 Uhr können sich Interessen Bieternummern geben lassen. Wegen des erwarteten Andrangs wird empfohlen, frühzeitig zu kommen. Ab 14 Uhr wird es dann ernst, dann werden sich die „Auktionatoren“ Volker Lenz, Dr. Anja Hesse und Tobias Henkel ins Zeug legen. Bezahlt werden kann in bar, aber auch mit EC-Karte. Was nicht weggeht, wird am 26. Oktober von 14 bis 18 Uhr im Nachverkauf angeboten.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.