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Kunsthändler klagt gegen Museum

Streit um Besitzansprüche des Herzog-Anton-Ulrich-Museums an drei kostbaren Tellern.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 20.11.11

Braunschweig. Rechtsstreit um drei italienische Majoliken-Teller: Ein Kunsthändler hat das Herzog-Anton-Ulrich-Museum verklagt. „Es handelt sich um eine negative Feststellungsklage“, erklärt Richter Alexander Wiemerslage, Pressesprecher am Landgericht. Das heißt, der Kunsthändler möchte, dass das Gericht ihn als wahren Eigentümer der kostbaren Teller bestätigt.

Hintergrund sind ein Zeitungsartikel und E-Mails, in denen das Herzog-Anton-Ulrich-Museum behauptet, Eigentümer von drei sogenannten italienischen Majoliken-Tellern (mit mythologischen Szenen handbemalte Teller aus dem 16. Jahrhundert) zu sein, die sich im Bestand des Kunsthändlers befinden. Ursprünglich sei das Museum Eigentümer der Teller gewesen, die während des Zweiten Weltkrieges in eine Höhle im Harz ausgelagert waren und seitdem als verschollen galten. Jetzt sind drei davon im Besitz des Kunsthändlers.
Der behauptet, er habe die Teller im Auktionshaus Breitschuh bei Quedlinburg im Jahr 2010 für 300 000 Euro erworben.
Das Auktionshaus erklärt, die Teller von einem Privatmann angeboten und in die Auktion aufgenommen zu haben. Dieser Privatmann wiederum habe die Teller von seinem Vater geschenkt bekommen und der habe die Teller 1963 von seinen Schwiegereltern ebenfalls geschenkt bekommen. Kunsthaus und Kunsthändler betonen also, in gutem Glauben gehandelt zu haben.
Das Herzog-Anton-Ulrich-Museum bestreitet diese Angaben und beruft sich darauf, dass nicht von einem gutgläubigen Erwerb der Majoliken auszugehen sei. Schließlich seien die Majoliken auf der Rückseite mit einer sichtbaren Signatur des Museums gekennzeichnet gewesen.
Im Übrigen spreche gegen einen gutgläubigen Erwerb durch den klägerischen Kunsthändler, dass die Teller auf einer Homepage als vermisst verzeichnet gewesen seien, heißt es in der Presseerklärung des Landgerichts.
Die öffentliche Verhandlung findet statt am 7. Dezember ab 13 Uhr im Landgericht, Münzstraße 17, Saal 119.
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