Anzeige

Kulturmix reicht von Strauß bis Strunk

Staatstheater: Mit neuem Generalintendanten in die kommende Saison.

Von Christoph Matthies, 07.07.10

Braunschweig. Neue Gesichter, offenes Auftreten und ein buntes Programm: Das Team des Staatstheaters Braunschweig freut sich auf die bevorstehende Spielzeit 2010/2011.

„Der klassische Braunschweiger Theaterbesucher – 60 Jahre, weiblich, besucht uns mit dem PKW – kann uns nicht genug sein“, verdeutlicht Joachim Klement, designierter Generalintendant des Staatstheaters, dass er und sein Haus sich viel vorgenommen haben, um Schauspiel, Tanz- und Musiktheater neuen Zielgruppen nahezubringen. „Wir wollen uns noch mehr der Stadt öffnen, künstlerische Horizonte über regionale und nationale Grenzen hinaus erweitern und an die Tradition einer fortschreitenden Erneuerung anknüpfen.“

Viele neue Gesichter

Dass Klement, zuletzt Chefdramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus, es vor allem mit der Erneuerung ernst meint, zeigt schon der Blick auf die vielen neuen Gesichter in Ensemble und Theaterleitung. So unterliegt etwa das Junge Theater in Zukunft der Führung von Andreas Steudtner, der vom Hans-Otto-Theater in Potsdam an die Oker wechselt. Als Leiter des Tanztheaters, das mit einem komplett neuen Team in die Spielzeit 2010/2011 gehen wird, fungiert künftig Jan Pusch, der seit 1994 für zahlreiche internationale Tanzproduktionen verantwortlich zeichnete und derzeit als künstlerischer Koordinator der Movimentos Akademie in Wolfsburg tätig ist. Aus Heidelberg kommt Axel Preuß, um fortan als Stellvertreter des Generalintendanten und Chefdramaturg Akzente zu setzen, vom Düsseldorfer Schauspielhaus hat Klement die neue Hausregisseurin Daniela Löffner mitgebracht.
Federführend verantwortlich für das beliebte Musiktheater bleiben auch in Zukunft Generalmusikdirektor Alexander Joel und Operndirektor Jens Neundorff von Enzberg. Ab dem 14. August dürfen sich Braunschweigs Opernfreunde wie in jedem Jahr auf ein großes Event auf dem Burgplatz freuen, wenn Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ die Zuschauer unter freiem Himmel ins jägerlich-rurale Böhmen entführt.

Klassische Opern

Weiterhin werden vor allem klassische Opern wie Johann Strauß' „Fledermaus“, Mozarts „Don Giovanni“ und „Falstaff“ von Giuseppe Verdi zu den Höhepunkten im Großen Haus zählen. Der Traum Joels, eine große Wagner-Oper in Braunschweig aufzuführen, wird vorerst allerdings nicht wahr werden: „Wir hatten Wagners 'Meistersinger' angedacht, diesen Plan nun aber doch zunächst verworfen. Der Aufwand wäre so groß gewesen, dass wir dafür eine ganze Produktion hätten streichen müssen“, so der Generalmusikdirektor, der guter Dinge ist, dass „verschoben“ in diesem Fall nicht „aufgehoben“ bedeutet. Hinsichtlich des Schauspielprogramms setzt das Staatstheater auf eine abwechslungsreiche Mixtur aus klassischen und modernen Stücken, darunter auch ein Auftragswerk, das Amnesiedrama „Aller Tage schwarzer Kater“ von Anne Nather, dessen Uraufführung am 23. September die kommende Saison einläuten wird.
Weitere Höhepunkte des bevorstehenden Spielplans sind Goethes „Wahlverwandtschaften“ sowie die Adoleszenz-Tragikomödie „Fleisch ist mein Gemüse“ des Hamburger Humor-Anarchisten Heinz Strunk – eine Adaption aus der Popliteratur, die gemeinsam mit der Jazzkantine auf die Bühne gebracht wird und gerade auch den (männlichen) Theaterbesuchern unter 60 Jahren gefallen dürfte.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.