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Klugheit und List sind cooler als Muskelspielerei

Die Kinder in der Komödie hatten viel Spaß mit dem „kleinen“ Wickie und seinen erwachsenen Mitstreitern. Foto: imagemoove

Der Komödie am Altstadtmarkt gelingt mit „Mein Freund Wickie“ ein rundes Kinderstück mit schöner und passender Botschaft zur Weihnachtszeit.

Von André Pause, 28.11.2014.

Braunschweig. Schwungvoll läuft und tanzt das Ensemble der Komödie am Altstadtmarkt bei der Premiere des diesjährigen Kinderstückes „Mein Freund Wickie“ an den Rändern des Zuschauerraums nach vorne zur Bühne.

Die kleinen Besucher ab vier Jahren, die den Theatersessel eben noch größtenteils als Turngerät verwendet haben, sitzen nun aufmerksam und kerzengerade da. Weit aufgerissene Augenpaare kleben an den Protagonisten wie Lichtkegel von Verfolgern an Superstars im Glitzerkleid. Diese geschickt gestreuten musikalischen Lockerungsübungen, als Choreografie auf der Bühne oder als spielerische Überbrückung der Umbauzeiten helfen dem rührigen Ensemble immer wieder, bei den Kindergarten- und Grundschulkindern Konzentration und Teilhabe eine gute Stunde wachzuhalten.
Diese Zeit benötigt die Inszenierung von Oliver Geilhardt, um das Abenteuer von Wickie (Iris Tovar), seinem Vater Halvar (Lennart-Fabian Müller) und dessen Gefährten Snorre (Wolfram Pfäffle), Tjure (Andreas Werth) und Faxe (Marlon Gross, der zunächst auch noch Halvars Gattin Ylva spielt) stimmig und unterhaltsam zu erzählen: Viel zu lange schon waren Halvar und seine Mannen zu Hause in Flake und nicht mehr als gefürchtete Seeräuber, die sie nun mal sein möchten, unterwegs. Dorfhäuptling Halvar geht seiner Frau Ylvar sogar schon beim Wäschewaschen zur Hand. Nicht nur die jungen Besucher finden es zum Brüllen komisch, wenn dem Chef die Wäsche am Wikingerhelm hängt, auch Halvars liebenswert vertrottelte Kumpanen Snorre und Tjure zappeln vergnügt. So kann es nicht weitergehen, und deshalb wird daraufhin flugs ein Beutezug in Nordland anberaumt. Wickie würde auch gerne mitkommen, doch der Papa ist strikt dagegen – ganze Männer seien gefragt. Der kleine Abenteurer jedoch lässt nicht locker, befragt sicherheitshalber mal das Publikum: „Was soll ich tun, um mitzukommen?“ Das krakeelt seine mannigfaltigen Lösungsansätze (unter anderem: Töte einen Wolf) durch den Raum, was letztlich nichts bringt: Wickie bleibt trotz allem daheim.
Die furchtlosen Seefahrer ihrerseits entpuppen sich nach einem ersten großmäuligen Auftritt als gar nicht so furchtlos. Noch vor der Abfahrt singen sie richtiggehend friedliebend „Das Leben könnte schöner sein, wenn es keine Kriege gäbe“, und in Nordland angekommen laufen die Herrschaften nachdem sie Essen und Gold gefunden haben schlotternden Knies in die Kerkerfalle. Die hatte ihnen der böse Gröhl gestellt. Nur mit Wickies List kommen die Jungs aus Flake schließlich wieder frei. Wie das geschieht, und welche nicht für möglich gehaltene Freundschaft am Schluss zustande kommt, wird natürlich nicht verraten.
Gar nicht laut und oft genug kann dagegen Wickies Sicht der Dinge erwähnt werden: „Klug und listig muss man sein, nur so kann man die Welt aus den Angeln heben“, wird auf der Bühne gesungen. Eine schöne Botschaft für Geist und Güte, gegen reine Machismo bedingte Kraftmeierei. Weitere Infos gibt es unter: www.komodie-am-altstadtmarkt.
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