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Kinder sind Künstler und gleichzeitig Motiv

Foto-Kunst-Ausstellung „Kinder im Blick“ des Diakonischen Werkes wird am 10. Februar eröffnet – Künstler und Kinder als Partner

Von Martina Jurk

Braunschweig. Einen ungewöhnlichen Weg geht das Diakonische Werk Braunschweig, um auf die Situation von Kindern aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Künstlern und Fotografen entsteht die Ausstellung „Kinder im Blick“.

Der Titel ist doppeldeutig: zum einen Kinder im Blick zu haben und zum anderen der Kinderblick. So entstand eine faszinierende Zusammenarbeit von Kindern des evangelischen Kindergartens Ahrplatz sowie der Grundschulen Hohestieg und Isoldestraße mit dem Fotografen Klaus G. Kohn, den Kunstschaffenden Franziska Rutz sowie Elke Utermoehlen und Martin Slawig von „blackhole-factory“.
Die Kinder fotografierten selbst, was sie schön finden, was sie besitzen – das Haustier, das Spielzeug, das eigene Zimmer, Familie, Freunde. Hunderte von Fotos entstanden. „Jedes Kind hatte die Kamera einen Tag lang, und sie haben tolle Geschichten gemacht. Schade, dass man nicht alles zeigen kann“, bedauert Klaus Kohn. Die Kunst bestand für den Fotografen und künstlerischen Leiter der Ausstellung in der richtigen Auswahl.
Das Thema Kinderarmut soll nicht im Vordergrund stehen, soll dem Betrachter keinesfalls aufgestülpt werden. Der Ausstellungskonzeption liegt das Ziel zugrunde, alle Kinder zu erreichen, keines dürfe in Deutschland verloren gehen, auch nicht in Braunschweig. Das geschehe aber leicht, wenn Kinder am Rand stehen.
Klaus Kohn und Franziska Rutz nutzen die Fotografie als Ausdrucksmittel. So sind Kinder zu sehen vor einer weißen Wand und dann die gleichen Kinder auf einem dreckigen Spielplatz. „Das soll zeigen, dass Kinder keinesfalls arm sind, dass es aber Umstände und Bedingungen gibt, die sie benachteiligen, die ihnen Chancen nehmen“, sagt Uwe Söhl vom Diakonischen Werk.
Ein anderes Beispiel sind Porträts von Kindern, die ihre Wünsche formulieren (Fotos oben von Franziska Rutz). „Auf den zweiten Blick sieht der Betrachter, dass es nicht immer eine heile Welt ist“, sagt Künstlerin Franziska Rutz. Es entstehe eine Ahnung von der Lebenswirklichkeit der Kinder. „Wir mussten sehr vorsichtig und sensibel mit ihnen umgehen, um sie nicht zu entblößen. Das ist uns gelungen, indem wir die Kinder ernst genommen haben. Sie waren mit viel Energie dabei und sind stolz auf das Ergebnis“, so Klaus Kohn. Franziska Rutz baute außerdem mit Kindern in der Weststadt Installationen, Elke Utermoehlen und Martin Slawig drehten mit Grundschülern der Schule Isoldestraße einen Videofilm.
Seit März vergangenen Jahres arbeitet das Diakonische Werk gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Braunschweig und dem Betriebsrat des Braunschweiger Volkswagenwerkes an der Ausstellung. In den Herbstferien begannen die Künstler ihre Projekte mit den Kindern. „Je länger wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, desto facettenreicher wurde es“, resümiert Norbert Velten, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes. Die Vorbereitung der Ausstellung habe dem eigenen Engagement viele Impulse gegeben.
Eröffnet wird die Ausstellung am 10. Februar um 18 Uhr. Sie steht dann vier Wochen lang (dienstags bis freitags und sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr) in den Ausstellungsräumen Hinter Aegidien des Landesmuseums. Mit Plakaten, einem Faltblatt und im Internet (www.kinderimblick-ausstellung.de) werben die Organisatoren großangelegt für die Ausstellung.
„Das ganze Projekt ist größer geworden als wir es anfangs beabsichtigten“, gibt Uwe Söhl zu. Jetzt ist es so groß geworden, dass zur Ausstellung ein begleitendes Rahmenprogramm angeboten wird mit einer Eröffnungsveranstaltung, Vorträgen, einer Diskussionsrunde mit Publikum, einer Musicalaufführung, mit Aktionstagen für Schulklassen und Konfirmanden sowie einem ökumenischen Gottesdienst zum Abschluss.
Und weil der Aufwand gewaltig war, wandert die Ausstellung auch in andere Städte. Gefördert wird sie von der Stiftung Niedersächsische Wohnungslosenhilfe und von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.
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