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Kinder eifern Kolumbus nach

Das Kindermuseum ist eine Welt für sich: Mit viel Liebe zum Detail wurden hier eine Druckwerkstatt oder auch das Maleratelier von Lucas Cranach nachgebildet. Foto: Landesmuseum

Ferienpass will Kinder zu Dauerbesuchern im Museum machen – Sechs spannende Workshops.

Von Marion Korth, 20.06.2017.

Braunschweig. Pferde und Schweine, die könnten gut in eine landwirtschaftliche Ausstellung auf Gut Steinhof passen oder aber ins Braunschweigische Landesmuseum am Burgplatz, wo die Reformationsausstellung „Im Aufbruch“ gerade läuft und auch Kindern einen spannenden Einblick ins 16. Jahrhundert ermöglichen möchte. Das gilt umso mehr in den bevorstehenden Sommerferien.

Also geht es als Postreiter hoch zu Plüschross mit wichtigen Nachrichten im Gepäck nach Worms und Wittenberg, Braunschweig und Rom. An jeder Station können sich die Reiter einen Poststempel abholen. Tatsächlich ist auch die Post mit ihren übers Land verteilten Stationen, an denen Ross und Reiter ruhen oder aber ausgewechselt werden können, eine Erfindung aus dem 16. Jahrhundert.

Das Schwein hat als Sparschwein in der eigens für die Ausstellung entwickelten Erlebnis-App eine Rolle und hortet die gesammelten Spielpunkte. Die Ostfalia-Studentinnen Martina Abbas und Merle Müller-Struck schicken Kinder (ideales Alter ab zwölf Jahren) auf digitale Schnitzeljagd durchs Museum. Der Testlauf mit einigen Kommilitonen war ein Erfolg. „Es hat richtig viel Spaß gemacht“, sagt Martina Abbas. Und noch eine Rückmeldung hat sie erhalten: Wer selbst auf Entdeckungsreise geht, die Aufgaben und Fragen löst, merkt sich die Zusammenhänge und Fakten besser als beim bloßen Rundgang.

Ferienspaß verspricht der Ferienpass. Für 20 Euro haben Kinder bis 17 Jahren in den gesamten Sommerferien freien Eintritt ins Kindermuseum und können überdies an insgesamt sechs verschiedenen Workshops teilnehmen. Alle haben das Ziel, das 16. Jahrhundert mit seinen bahnbrechenden Veränderungen greifbar zu machen. „Paprika kam nicht immer aus Spanien“, sagt Museumspädagoge Torsten Poschmann und zieht ein paar historische Landkarten aus dem Köcher. Innerhalb weniger Jahre „wuchs“ die Welt förmlich, wurde der amerikanische Kontinent entdeckt und mit ihm seine botanischen Schätze wie Paprika, Mais, Kürbis und Kartoffel. In den Ferien gehen Poschmann und seine Kollegen mit den Kindern auf Entdeckungsreise, allerdings erst, wenn sie ihren Kompass gebaut haben. Das Kindermuseum mit Kletterschiff und Druckwerkstatt schwebt nicht losgelöst wie die Raumkapsel im All. „Alles, was hier spielerisch gezeigt wird, findet sich in der Hauptausstellung wieder“, erläutert Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann. Unter den Ferienworkshops hat sie ihren Favoriten gefunden: „Tick, tack … die Erfindung der Uhr.“ Wie diese Neuerung die Eile mit sich brachte und wie überhaupt eine Uhr abgelesen wird (was in Zeiten der digitalen Zahlenanzeige schon fast eine Kunst ist), all dies ist Thema in diesem Angebot.

Für Kinder

Der Kinderferienpass des Braunschweigischen Landesmuseums läuft vom 27. Juni bis 23. Juli.
Die Kosten betragen 20 Euro je Kind, darin enthalten ist die Teilnahme an insgesamt sechs verschiedenen, je dreistündigen betreuten Workshops.
Der Pass ermöglicht den freien Eintritt im Kindermuseum vom 22. Juni bis 2. August.
Auf der Plattform Actionbound steht die digitale Schnitzeljagd unter dem Ausstellungstitel „Im Aufbruch“ zum kostenlosen Herunterladen bereit.
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