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Keine Rettung für das Gerstäcker-Museum?

 

Nicht zu fassen: Aus nach 34 Jahren ehrenamtlicher Arbeit!

Kultur und Politik unserer Stadt sind sich einig: Eine Übernahme des vor 34 Jahren von der Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V. gegründeten Museums wird nicht erfolgen, Eine Fortführung über eine städtische Einrichtung wurde abgelehnt. Vorsitzender und Museumsgründer Thomas Ostwald bemüht sich seit vielen Jahren um eine Lösung. Aus Altersgründen möchte er gern sein Lebenswerk gesichert wissen - die Stadt lehnt ab.

So wird das Engagement belohnt

In zahlreichen Ausstellungen wurde in den vergangenen Jahren über Leben und Werk des weitgereisten Schriftstellers Friedrich Gerstäcker (1816-1872) in den Räumen neben Schloss Richmond informiert.

Vor einigen Jahren bereicherte eine Schenkung mit zahlreichen Waffen aus der amerikanischen Pionierzeit zusätzlich die Ausstellung. Die gezeigten Original- und Replikawaffen sind eine der umfangreichsten Sammlungen in Deutschland. Dazu kommt sei 2013 eine Dauerausstellung zum Thema 'Auswanderung aus dem Herzogtum Braunschweig seit dem 18. Jahrhundert' - in Bezug gesetzt zum Werk Friedrich Gerstäckers.

Nichts davon wird als Grund dafür angesehen, das Museum künftig durch die Stadt weiterzuführen. "Auswanderung" kann man auch im Landesmuseum zeigen, wird argumentiert. Schön, die Frage muss dann aber auch lauten: Warum ist das bislang noch nicht geschehen?

Nicht ortsgebunden

Stets haben wir darauf hingewiesen, dass das Museum nicht ortsgebunden ist - es kann, wo es sinnvoll erscheint, überall in einem betreuten Bereich untergebracht werden. Sollte sich an der nunmehr gefassten Ablehnung nichts ändern, werden im Laufe dieses Jahres die Sammlungen zerschlagen. Die Waffensammlung geht an ein anderes Museum auf dem Geschenkwege, die Ausstellung zur Auswanderung zusammen mit einigen Exponaten nach Hamburg in die Ballin-Stadt, die umfangreiche Bibliothek mit Gerstäcker-Ausgaben und Sekundärliteratur wird zu einem kleinen Teil an die Uni gegeben, für den Restbereich ist noch nichts verfügt.

Und die Dinge aus Gerstäckers Nachlass?

Was die Gerstäcker-Gesellschaft für das Museum von den Nachkommen des Reise- und Abenteuerschriftstellers erhalten hat, könnte unter Umständen einen Platz im Städtischen Museum finden. Doch in welcher Form? In einer kleinen Vitrine zusammen mit anderen Braunschweiger Persönlichkeiten?

Was ist eigentlich los in Braunschweig?

Vor vielen Jahren sollte schon die Raabe-Gedächtnisstätte geschlossen werden, was die Germanisten u.a. verhindert haben. Die Sammlung mit mechanischen Musikinstrumenten von Carlson ging nach Königslutter, und die schon im umgebauten Haus gezeigte Kunstausstellung, die einmalige Kunstsammlung des Ehepaares Bönsch, wurde von den Stiftern zurückgeholt und nun in Köln ausgestellt. Vielleicht denken mal einige Bürger unserer Stadt nach, ob wir auch künftig so mit den Dingen umgehen, die einen Teil unserer Kultur ausmachen. Und reagieren entsprechend. Ortspolitiker und Kulturfreunde sind gefordert!
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