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Keine Angst vor langen Zähnen

Das Internationale Filmfest zeigte anlässlich des Festivals „Tastentaumel“ zehn Kurzfilme

Von Birgit Leute, 10.03.2010

Braunschweig. Wie findet man am besten Freunde? Ganz einfach: Durchs Klavierspielen. Der Kurzfilm „The Shark and the Piano“ lieferte ein herrliches Plädoyer für eine Kunst, die viele eher mit endlosen Übungsstunden verbinden.

„The Shark and the Piano“ ist einer von zehn Kurzfilmen, die das Internationale Filmfest unter dem Titel „Schießen Sie auf den Pianisten“ anlässlich des Festivals „Tastentaumel“ zeigte. Im Mittelpunkt der deutschen, japanischen oder auch australischen Beiträge, die im Universum-Kino gezeigt wurden, stand – wie könnte es anders sein – das Klavier. Und dieses wunderbare Instrument schafft es doch immer wieder, aus Feinden Freunde, aus Behinderten begnadete Spieler zu machen. Ein Beispiel ist der Hai aus dem Animationsfilm „The Shark“. Mal Hand aufs Herz: Wer sollte diesen Typ mit den langen Zähnen schon gern haben? Da nehmen Fische und Kraken doch lieber gleich reiß aus. Eines Tages jedoch landet durch einen glücklichen Zufall ein Piano auf dem Meeresgrund, und siehe da: Der Hai entwickelt sich zu einem erstklassigen Klavierspieler und bekommt endlich die Zuneigung, nach der er sich immer gesehnt hat.
Eindrucksvoll auch der Kurzfilm „Appassionata“ von dem deutschen Regisseur Mirko Echghi-Ghamsari. Mitten im Kampf um Stalingrad im Winter 1942 erfüllt sich ein deutscher Soldat einen Wunsch und riskiert fast sein Leben dafür: Zwischen den zerstörten Häusern spielt er auf einem verlassenen Klavier. Als ihn ein russischer Soldat entdeckt, wird er nicht von ihm erschossen. Für einen kurzen Moment werden aus Feinden Freunde, und beide spielen gemeinsam die „Appassionata“ von Ludwig van Beethoven.
Filmfest-Kuratorin Dörte Küll hat eine gelungene Kurzfilm-Mischung zusammengestellt, die sicher ein größeres Publikum verdient hätte. Das Festival „Tastentaumel“ geht noch bis einschließlich 13. März. Informationen im Internet unter www.tastentaumel.de.
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