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Jetzt musste es einfach Amerika sein

Jules Matberg, Knut Vanmarcke, Linnéa Gustavsson, Dirk Vossberg-Vanmarcke und Carina Böhmer (v.l.) präsentieren ihrem Publikum in der Komödie am Altstadtmarkt den „American Way Of Schlager“. (Foto: Familie Malente)

Schwungvolle Uraufführung von „Viva Familie Malente“ in der Komödie am Altstadtmarkt

Von André Pause, 16.08.2015.


Braunschweig. Ganz im Vertrauen: Irgendwann musste es ja so kommen. All die Jahre hat sich die Familie Malente unter der Federführung ihrer Patriarchen Peter (Knut Vanmarcke) und Vico (Dirk Vossberg-Vanmarcke) mit ihren Revuen an der bundesrepublikanischen Schlagerhistorie abgearbeitet, auf überaus launige Art und Weise Dekade um Dekade aufs Korn genommen. Da erscheint der nun inhaltlich vollzogene Schritt über den großen Teich ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einfach als eine logische Konsequenz.

„Viva Familie Malente – The American Way Of Schlager“ heißt die soeben in der Komödie am Altstadtmarkt uraufgeführte Produktion der Hamburger Showprofis, die dort mit Unterbrechungen bis zum 23. September zu sehen ist. Zum neunten Mal in acht Jahren stopfen die Malentes im Haus in der Gördelinger Straße das Sommerloch zwischen den Spielzeiten, und sie tun das gewohnt schwungvoll und unterhaltsam.
Der übersichtliche Plot: Die Malentes sind aus Las Vegas zurückgekehrt, wo sie im legendären Stardust Casino große Erfolge feiern konnten. Nun präsentieren sie am 25. August 1967, zur Einführung des Farbfernsehens in Deutschland zum ersten Mal ihre spektakuläre Show, bei der sich internationale Stars wie Doris Day, Marilyn Monroe oder Elvis Presley die Klinke in die Hand geben.

Insgesamt kommt der neuste Streich der Familie auf der von „Stars and Stripes“ dominierten Bühne etwas weniger klamaukig daher als die Wirtschaftswunder- oder Deutschschlagerrevuen in den vergangenen Jahren, was daran liegen mag, dass das als Rosie Singers firmierende weibliche Darstellerinnen-Trio vergleichsweise viel Raum erhält, und dabei vor allem gesanglich Akzente setzen darf. Carina Böhmer (Sopran), Linnéa Gustavsson und Jules Matberg (beide Mezzosopran) sind in diesem Fall weit mehr als nur schmückendes Beiwerk, das beweisen sie unter anderem mit der Interpretation von Gassenhauern wie Sylvie Vartans „Da Dou Ron Ron“, Lynn Andersons „Rose Garden“, Chers „Shoop Shoop Song“ oder Dolly Partons „Love Is Like a Butterfly“.

Peter und Vico Malente freilich laufen an diesem insgesamt recht kurzweiligen Abend vor allem dann zur Hochform auf, wenn es erzählerisch irrwitzig, beinahe gaga wird, oder Showgrößen imitiert werden, die ordentlich Projektionsfläche bieten. So bleibt bei der hanebüchenen, zu zweit dargebotenen Western-Geschichte, in der die angebliche Entstehung einer Fast-Food-Kette erzählt wird, ebensowenig ein Auge trocken, wie bei Vico Malentes grandioser Dean-Martin-Persiflage. Da werden zu „Memories Are Made of These“ derart whiskyselig die Zähne gebleckt, dass es eine Wonne ist.

Nach neunzig Minuten und zwei Zugaben gibt es stehende Ovationen für eine stimmige Revue. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.komoedie-am-altstadtmarkt.de.
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