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Jetzt fehlt nur noch das südliche Querschiff

Spendenaufruf brachte mehr Geld ein, als für Malereien benötigt.

Von Marion Korth, 02 01 11

Braunschweig. Im nächsten Jahr beginnt der vierte und letzte Bauabschnitt, um die mittelalterlichen Wandmalereien im Dom zu retten. Über die Resonanz auf den Spendenaufruf freut sich Domprediger Joachim Hempel: Es ist mehr Geld zusammengekommen als für die Restaurierung notwendig ist.

Insgesamt haben rund 230 Bürger 67 000 Euro gespendet. Beträge zwischen zehn und 10 000 Euro wurden überwiesen. „40 000 Euro brauchten wir, aber nicht mehr“, sagte Hempel am Mittwoch. Also hat er den Geldspendern einen Brief geschickt und ihnen eine Rückerstattung angeboten. Am Donnerstag lief die Frist ab. „Aber niemand will etwas zurückhaben“, sagte er. „Wir können jetzt also eine ganz erkleckliche Summe an die Dombaustiftung überweisen für andere Instandsetzungsarbeiten.“
Die Stiftung, die vor fünf Jahren gegründet worden ist, ist fast wie eine Lebensversicherung für den Dom, dessen Erhaltung eine Riesenaufgabe für die Kirche ist. Spendenaufrufe, wie der für die Wandmalereien, könnten nur eine Ausnahme sein. „Das können wir nicht jedes Mal machen“, meint Hempel. Die Bauunterhaltung wird in der Zukunft zu einer immer größeren Aufgabe. „Wir haben uns schon Gedanken über ein Eintrittsgeld gemacht, um Menschen, die den Dom besuchen, an den Kosten zu beteiligen“, sagte er.
Noch ist es aber nicht so weit. Restauratorin Anja Stadler wird sich jetzt als nächstes die Malereien im südlichen Querschiff, zum Domplatz hin, vornehmen. Fast ein Drittel der Farbschichten dort sollen noch aus der Anfangszeit des Doms stammen. „Darüber erhoffen wir uns jetzt nähere Aufschlüsse, auch darüber, ob es sich um eine Art Malbuch handelt, das die Vorlage für die Koloration lieferte.“

Die Pläne für 2011 in Kürze

Im nächsten Jahr wird der Zugang zum Braunschweiger Dom vom Burgplatz aus neu und vor allem barrierefrei gestaltet. Die Treppenstufen zur Fußgängerzone müssen ohnehin erneuert werden. Der Dom hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Stadt einen Umgestaltungsplan erstellt.
Die Domfriedhofskapelle an der Stadthalle wird eine Außenbeleuchtung erhalten, um sie Besuchern besser sichtbar zu machen.
Im September 2011 werden WDR und NDR einen Rundfunkgottesdienst aus dem Dom übertragen.
Der Internetauftritt des Doms wird um eine virtuelle Panorama-Tour von der Gruft bis hinauf zu den Kirchenglocken ergänzt.
Die Erkenntnisse, die im Zuge der Restaurierung der mittelalterlichen Wandmalereien im Dom gewonnen wurden, fließen in ein Buch ein, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Herausgeber sind Professor Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck (Universität Bonn) sowie Domprediger Joachim Hempel. Restauratorin Anja Stadler musste ihre Arbeit dokumentieren. Eine CD mit ihrem Bildmaterial wird das Buch ergänzen.
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