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Japan unter dem Burglöwen

Puccinis „Madama Butterfly“ Open-Air

Von Martina Jurk


Wie passen der mittelalterliche Burgplatz und ein japanischer Garten zusammen? Indem man die Puccini-Oper „Madama Butterfly“ entsprechend interpretiert. Das Ergebnis ist beim Burgplatz-Open-Air des Staatstheaters im Sommer zu erleben. Beim Publikum ist die Freiluft-Oper wie immer sehr gefragt. Bereits 7000 Karten wurden verkauft. Die Premiere am 15. August ist schon ausverkauft.

Die Handlung der Tragödie trägt Gegensätze bereits in sich. Zwei Welten, zwei Kulturkreise, zwei Religionen prallen aufeinander. Die Liebe der Japanerin Cio-Cio San zu dem Amerikaner Benjamin F. Pinkerton endet tragisch. Sie konvertiert zum „amerikanischen“ Glauben, um ihn zu heiraten. Er hält sein Versprechen nicht. Daraufhin begeht Cio-Cio Selbstmord, was im Widerspruch zum Christentum steht, im Buddhismus aber eine Form der Erlösung darstellt.
„Bei der Auseinandersetzung mit dem Opernstoff stellt sich also die Frage, wie geht man mit den verschiedenen Kulturen um, wie schafft man die Verbindung zwischen Gegenwart und Tradition. Der Stoff hat also durchaus aktuellen Bezug“, sagt Andreas Baesler, Gast-Regisseur für die Inszenierung.
Bühnenbildner Harald B. Thor, erstmals in Braunschweig, war in Tokio und erlebte ein Phänomen: „Inmitten der hektischen Millionen-Metropole gibt es viele Parks und Ruhezonen, eigene Biotope mit Pflanzen, Erde und Wasser. Der Mensch tritt von außen in eine andere Welt hinein. Und der Opernzuschauer tut das gleiche auf dem Burgplatz.“ Noch nicht ganz klar sei, wie der Burglöwe in das Bühnenbild integriert werden kann. Der Löwe als Eingriff des Westens in das asiatische Biotop sei eine Überlegung. Oder der amerikanische Adler stürzt sich auf den Löwen, dessen Sockel mit der Sternenbanner-Flagge umhüllt ist, eine andere Idee.
Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Alexander Joel. Alle großen Puccini-Opern habe er schon dirigiert, nur „Madama Butterfly“ noch nicht. „Ich liebe Puccini“, schwärmt er.
Vorstellungen laufen bis zum 30. August in italienischer Sprache. Die Einführung zur Oper gibt es am 9. August um 12 Uhr. Karten gibt es beim Besucherservice des Staatstheaters und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Auch in diesem Jahr werden außer der Oper zwei Konzerte auf dem Burgplatz aufgeführt. Das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy wird am 16. August um 20 Uhr unter der Leitung Alexander Joels vom Domchor und dem Staatsorchester aufgeführt. Ein Jugendkonzert zu „Madama Butterfly“ gibt es am 18. August um 10 Uhr.
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