Anzeige

Instrument, das kaum einer kennt

In den Sinfoniekonzerten am Sonntag und Montag hat das Euphonium seinen seltenen Auftritt.

Von Marion Korth, 16.03.11

Braunschweig. Euphonium: Ein klangvoller Name für ein klangvolles Instrument, das kaum einer kennt. In den Sinfoniekonzerten des Staatsorchesters Braunschweig am Sonntag und Montag wird die „kleine Schwester der Tuba“ jedoch zu hören sein.

In diesem slawischen Konzert vertritt Reinhold Glière die klassizistische russische Tradition, gegen die Modest Mussorgskij und Leoš Janácek die slawische Avantgarde repräsentieren. Gespielt werden Mussorgskijs „Bilder einer Ausstellung“.
Heinrich Auhage (35) sonst Posaunist im Staatsorchester, „malt“ musikalisch mit. Eine der seltenen Gelegenheiten, das vor zwei Jahren vom Staatstheater erworbene Euphonium einzusetzen. „In einem Bild hat es ein sehr offenes Solo“, sagt Auhage. Sonst ist in kaum einer sinfonischen Komposition Platz für dieses Instrument. Vielleicht, weil es so jung ist, vermutet Auhage. Die „kleine Tuba“ ist erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden.
Um einen Höreindruck zu vermitteln, bläst Auhage für uns ins Horn. Denn ein Euphonium, erläutert er, sei eigentlich auch die englische oder amerikanische Variante des Tenorhorns. Das amerikanische daran sind die Pumpventile. Auhage schätzt an dem Instrument den „weichen und runden Klang“. Euphonium steht im Griechischen für „wohlklingend“. Damit füllt er ganz allein und in erstaunlicher Fülle den ganzen Raum. Auhage freut sich auf die Konzerte: „Das Euphonium hat immer eine besondere Aufgabe, so wie jetzt bei dem Solo.“
Eine große Umstellung ist die bevorstehende Aufgabe für den Profi aber nicht. „Ich habe mit Trompete angefangen“, sagt er. Die hat ja auch Ventile. Ansonsten aber bleibt der Musiker seiner Posaune treu, denn aus ihr kann er mehr klangliche Unterschiede herausholen.
• 7. Sinfoniekonzert am Sonntag, 11 Uhr (Kurzeinführung ab 10.15 Uhr), Stadthalle, Montag ab 20 Uhr. Programm: Leoš Janácek „Taras Bulba“, Reinhold Glière Konzert für Koloratursopran und Orchester f-Moll op. 82, „Bilder einer Ausstellung“.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.