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Immer in Bewegung

Franziskus Sell (rechts) und Jakob Hildenbrand alias Format:B. Foto: oh

Format:B gastiert am Sonntag auf dem Holi-Festival.

Braunschweig, 23.07.2014.

In Zeiten von illegalen Downloads und Streamingdiensten wird es immer schwieriger, mit einem Label noch ernsthaft Geld zu verdienen. Bei Formatik Records klappt das – mit viel Leidenschaft und Engagement.

Am Sonntag gastieren die Labelchefs Franziskus Sell und Jakob Hildenbrand, die als Format:B weltweit gebucht sind, auf dem ausverkauften Holi-Festival. Zuvor sprach Falk-Martin Drescher für die nB mit Sell im Interview.

? Euch gehört das Label Formatik Records. Wie kam es dazu?

! Wir waren vorher beim Highgrade-Label in Berlin. Natürlich hatten wir deutlich mehr Output, als das Label veröffentlichen konnte. Wir waren auch beim Stil-vor-Talent-Label von Oliver Koletzki, bis er sich musikalisch etwas umorientiert hat. Wir standen dann vor der Wahl, ob wir uns eine eigene Plattform schaffen oder eine neue Heimat für unseren Sound suchen. Da ich schon immer gerne ein eigenes Label haben wollte, lag das natürlich nahe. Mit Hawks haben wir dafür schließlich noch einen guten und erfahrenen Manager gefunden.
Als junger Künstler sollte man allerdings etwas aufpassen – und nicht immer gleich ein eigenes Label gründen, nur weil man nicht sofort ein passendes findet.

? Die Umsätze durch Verkäufe von Musik sinken. Womit verdient ihr als DJs und Produzenten euer wesentliches Einkommen?

! Ganz klar mit Gigs. Mit einem Label heutzutage Geld zu verdienen ist sehr schwierig geworden, gerade wenn man nicht unbedingt sehr massentaugliche Musik produziert. Dafür gibt uns das Label die Freiheit zu machen was, wann und mit wem wir wollen.

? Wie würdest du eure aktuelle Veröffentlichung „Der Samtfalter“ beschreiben?

! Ich weiß ehrlich gesagt selbst nicht genau, mit welchem Genre man das beschreiben kann. Auf jeden Fall ist ein aktueller Deep-House-Einfluss mit dabei. Bei dem ersten Hören hat sie bei einigen Leuten für nicht allzu große Euphorie gesorgt, im Club allerdings ist damit immer Ausnahmezustand angesagt. Es gibt Tracks, die muss man einfach laut hören – dann funktionieren sie gut. Wir haben uns zuletzt soundmäßig ein bisschen verändert. Dafür arbeiten wir gerade an einem neuen Album, mit dem wir wieder mehr gen alte Richtung gehen werden.

? Ihr wart vor ein paar Monaten im Brain …

! … genau, wir hatten dort eine Labelnacht mit unserem Label. Das war ziemlich cool, der Vibe war überraschend gut. Ich bin dort auf ein sehr offenes Publikum gestoßen, habe statt geplanter anderthalb gleich viereinhalb Stunden gespielt. Ich bin nach wie vor ein großer Fan von kleinen, intimen Läden. Man hat eine direkte Verbindung zu den Leuten. In jedem Fall werden wir das im Brain in diesem Jahr wiederholen.

? Das Pendant zum intimen Club-Gig ist dann das große Holi-Festival?

! Wir spielen im Jahr auf mehreren Holi-Festivals. Anfangs war ich, ehrlich gesagt, auch ein bisschen skeptisch. Wenn allerdings der Rahmen stimmt, und es musikalisch gut eingepackt ist, funktioniert so ein Holi auch gut, und die Leute haben ihren Spaß.
Ich finde es total in Ordnung auf einem Sonntagnachmittag auch einmal vor Leuten zu spielen, die nicht alle den unbedingt großen Bezug zu dieser Clubkultur haben. Dafür ist es zudem eine gute Möglichkeit, diesen Leuten unsere Musik näher zu bringen.

? Worauf dürfen sich die Gäste bei eurem Set freuen?

! Es wird bunt, soviel ist sicher. Wir spielen ein paar neue Sachen, wir haben in letzter Zeit sehr viel produziert, etwa einen Remix für Oliver Schories. Ebenso bringen wir reichlich gute Laune und natürlich unsere Format:B-Musik mit.
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