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Im Labyrinth der großen Gefühle

Explosiv: Violetta Valéry (Liana Aleksanyan) streitet mit Alfredo Germont (Matthias Stier). Probenfoto: Volker Beinhorn

Gestern Abend feierte Guiseppe Verdis „La Traviata“ auf dem Burgplatz Premiere.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 11.08.2013.

Braunschweig. Festgefahren. Die Liebe steckt im Labyrinth. In der Enge drohen die Gefühle zu explodieren. Walter Sutcliffe stellt Verdis „La Traviata“ mit viel Kraft auf die Burgplatzbühne. Gestern Abend war Premiere.

Violetta Valéry ist eine kluge Frau, die sich im Leben als Edelkurtisane eingerichtet hat. Die Gefühle von Alfredo Germont sind ihr zunächst unheimlich, dann lässt sie die Liebe zu – groß, tief und ohne Kompromisse. Doch Alfredos Vater fordert von ihr, sich von seinem Sohn zu trennen, es geht um den Ruf der Familie – drei Menschen verfangen in ihren Problemen.
Liana Aleksanyan gibt dieser Violetta ungeheure Präsenz. Mit dunklem, gutturalen Sopran und einem Spiel zwischen explosiver Wucht, zarter Romantik und abgrundtiefer Trauer – sehr bewegend. Die Anstrengung dieser Partie – im Grunde singt sie knapp drei Stunden durch – ist ihr nicht anzumerken; zumal die labyrinthartigen Treppen des Bühnenbildes es den Sängern nicht einfacher machen.
Eine gewollte Enge haben Regisseur Sutcliffe und Bühnenbildner Kaspar Glarner aufbauen lassen, an manchen Stellen aber wirkt das Ganze hinderlich. Auch Chor und Extrachor müssen sich über Stufen und durch Gräben schieben. Sie meistern schwierige Partien, in denen der Rhythmus haargenau stimmen muss. Auf Floras Fest beispielsweise glänzt der Chor besonders, hier überzeugt auch das Bühnenbild mit Bling-Bling-Rundumlichtern – die perfekte Rotlichtparty. Ihre stärksten Momente hat diese Oper aber in den leiseren Szenen, im Schmerz. Orhan Yildiz, ein elegant souveräner Bariton, gibt einen unerhört attraktiven Giorgio Germont, Matthias Stier überzeugt in der Rolle des Alfredo Germont.
Bei Redaktionsschluss war die Vorstellung noch nicht beendet.
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