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„Im Himmel ist kein Zimmer frei“

Karsten Speck steht ab dem 6. Januar auf der Bühne der Komödie am Altstadtmarkt. Foto: A. Pause

Ab dem 6. Januar ist Schauspieler Karsten Speck in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen.

Von André Pause, 02.01.2015.

Braunschweig. Karsten Speck erscheint ein paar Minuten zu spät zum vereinbarten Interviewtermin. Strapaziöser Feierabendverkehr in der Innenstadt. Die gute Laune jedoch scheint ihm dieser nicht verhagelt zu haben.

Der Schauspieler, Moderator und Entertainer lächelt gewinnend – ein Sunnyboy. Sofern diese Vokabel bei einem 54-jährigen Mann überhaupt gestattet ist, bei ihm trifft sie ins Schwarze.
Karsten Speck ist „in top shape“, wie es neudeutsch heißt, fit wie ein Turnschuh. „Wie machen Sie das?“, denkt der Interviewer und fragt dann – vor Neid nicht zerfressen aber doch sehr beeindruckt – nach. Bäm! Und schon ist das zeitlich ohnehin knapp bemessene Gespräch gleich mal auf einen Nebenkriegsschauplatz verlagert.
Es gibt ein Referat vom Fitnessprofi, und der diesbezüglich etwas schludrige Laie hört dem Dozenten ergriffen zu. Gleich morgens solle man trainieren. Gar nicht erst was essen. Frisch zugeführte Nahrung sei wie Braunkohle, die der Körper in Bewegung zuvörderst abbaue ohne sich anschließend noch den Steinkohlereserven (das bereits angesparte Hüftgold) zu widmen. Kaum weniger einleuchtend ist der Hinweis auf den richtigen Puls. Sich doof und dusselig zu trainieren bringe natürlich rein gar nichts, und sei ebenso kritisch zu sehen wie Diäten. Die machten einen auf Sicht ja auch eher dicker als dünner. Austricksen lasse sich die Natur nicht, was Speck mit einigen auf seinem Handy gespeicherten Bildern beweist. Es ist fast ein wenig beruhigend: Die Fotos zeigen den Star in der Altersklasse Anfang 40 bei der Präsentation seines durchdefinierten Oberkörpers. Da war er noch fitter und muskulöser als heute.
Weniger um physische als um schauspielerische Qualitäten von Karsten Speck geht es ab dem 6. Januar. Dann steht der Ernst-Busch-Absolvent in der Komödie am Altstadtmarkt auf der Bühne. Im Stück „Im Himmel ist kein Zimmer frei“ nach der Vorlage von Jean Stuart geht es um Paul, der sein Leben bei einer Autofahrt an einen Baum aushaucht. Doch im Himmel angekommen kann Petrus aufgrund eines Totalabsturzes sämtlicher göttlicher Computer-Programme die Aufnahmeformalitäten nicht erledigen, und schickt den Neuankömmling prompt wieder auf die Erde zurück, gibt ihm eine zweite Chance, was selbstverständlich zu komödienspezifischen Turbulenzen führt.
„Da ist eine ganz schöne Grundidee, dass man Probleme der neuen Zeit ein bisschen ins Sakrale hineinträgt. Es ist eine Geschichte, die Menschen Spaß macht. Und wir wissen ja alle nicht: Gibt es etwas danach, gibt es nichts danach. Reinkarnation, die Wiedergeburt. Es gibt in den unterschiedlichsten Religionen die unterschiedlichsten Ansichten dazu“, skizziert Speck, der den Paul verkörpert.
Der Mann freut sich auf Braunschweig, das spürt der Gesprächspartner. Der Stadt verbunden fühlt er sich gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen spielte der Entertainer Karsten Speck in seinen Shows immer Schimmel-Flügel („Tolle Instrumente, und eine tolle Firma“), dann moderierte er in den 90er Jahren eine Außenwette für „Wetten, dass ... ?“, bei der die Lions-Footballer eine Straßenbahn ziehen mussten, und schließlich führte ihn eine Tournee Anfang der 90er Jahre mit „Ein Kessel Buntes“ in die Stadthalle. „Die Vorstellung werde ich nie vergessen, weil sie knackevoll war und dort eine unglaublich gute Atmosphäre herrschte. „Dass die Menschen ein bisschen ruhiger seien als anderswo, der Ruf geht den Niedersachsen ja voraus, das konnte ich als Künstler eigentlich nie bestätigen“, schmunzelt der Bühnenallrounder. In der Komödie am Altstadtmarkt wird das jetzt wahrscheinlich kaum anders sein.
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