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„Ich bin in einer sehr glücklichen Lage“

Alexandra Kamp steht ab dem 23. Oktober gemeinsam mit Ronald Spiess in Braunschweig auf der Bühne. Foto: oh

Schauspielerin Alexandra Kamp probt für „Gut gegen Nordwind“ in der Komödie am Altstadtmarkt – Start am 23. Oktober.

Von André Pause, 19.10.2014.

Braunschweig „Das hatte ich so auch noch nicht“, erzählt Schauspielerin Alexandra Kamp am Telefon in einer Probenpause. „Wir spielen quasi eine Generalprobe vor Publikum, in einem Messehotel in Königslutter.“

Ihre Stimme pendelt sich vernehmbar ein im Bereich zwischen angetan und begeistert. Ab dem 23. Oktober steht die 47-Jährige in der Komödie am Altstadtmarkt auf der Bühne, für die Produktion „Gut gegen Nordwind“. Deshalb habe sie auch nicht ganz so viel Zeit. „Ich bin jetzt nur mal ganz kurz raus.“
Ja, diese Zeit ist eine hektische geworden. Alles muss immer ganz schnell, hier und jetzt und sofort und so weiter gehen. Eigentlich kein Wunder, dass dabei Zwischenmenschliches auf der Strecke bleibt. So ist zum Beispiel das Kennenlernen via Internet zur Normalität geworden. Und ein bisschen spielt das nächste Stück in der Komödie, welches auf der Buchvorlage von Daniel Glattauer beruht, ja auf diese virale Form der partnerschaftlichen Anbahnung an. Passt in die Zeit – wie es so schön heißt. Auch wenn bei „Gut gegen Nordwind“ ein Tippfehler in einer E-Mail-Adresse zum ungeplanten Erstkontakt führt.
Im Buch ist der Beziehung kein gutes Ende beschieden, und auch die Protagonistin der Inszenierung von Dominik Paetzholdt kann sich mit der unpersönlichen Dating-Variante nicht unbedingt anfreunden. „Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Mein Ding wäre es nicht. Ich kenne aber ein glücklich verheiratetes Paar in New York, das sich im Internet kennengelernt hat“, sagt Kamp, die allgemein eher jene Rollen reizen, die ihr nicht ganz so offensichtlich auf den Leib geschrieben sind. Die Rolle der Emmi in „Gut gegen Nordwind“ sei so eine. „Alexandra Kamp ist viel pragmatischer und besonnener als Emmi Rothner“, erzählt die Schauspielerin lachend. Witzigerweise hätte sie die bereits in der deutschen Erstaufführung des Stückes in Berlin spielen sollen, was aufgrund von Dreharbeiten nicht klappte. In Braunschweig passt es. Zumindest etwas besser: „Eigentlich hatte ich für diese Wochen meinen langersehnten Urlaub eingeplant. Dann rief mich Florian Battermann im Sommer an, und hat mich mit seiner charmanten, eindringlichen Art nach Braunschweig gelotst. Die Nähe zu meiner Heimatstadt Berlin hat den Ausschlag gegeben. Und jetzt, wo ich das süße, sehr persönliche und mit viel Herzblut geführte Theater live gesehen habe, freue ich mich umso mehr auf Braunschweig und sein Theaterpublikum.“
Mit einem Angebot kurzfristig in Alexandra Kamps Terminplan zu gelangen, ist geradezu unmöglich. Bis September 2015 – in ihrem Berufsfeld keine Selbstverständlichkeit – ist sie komplett ausgebucht. „Ich bin in einer glücklichen Lage, und das zu einer Zeit, in der viele tolle Kollegen nicht in ihrem Beruf arbeiten können“, skizziert die Schauspielerin, die sowohl auf der Bühne als auch für Film und Fernsehen schon fast alles gemacht hat. Für sie eine Folge des Spielshow- und Reality-Wahns im deutschen TV. Der habe sukzessive zu weniger Drehtagen und damit zwangsläufig auch zu weniger hochwertigen Produktionen geführt. „Und ein Ende ist nicht in Sicht", urteilt Kamp.
Anfragen für Fernsehrollen kämen mittlerweile bis drei Wochen vor Drehbeginn, berichtet sie. „Ich habe in den vergangenen Jahren schon einige schöne Drehangebote ablehnen müssen, weil sie ganz einfach zu kurzfristig hereinkamen.“ Umso schöner, wenn es dann doch mal klappt, wie bei der Episodenhauptrolle in der Soko Stuttgart für das ZDF zu Beginn des Jahres. Da habe sie sich schon gefreut – vermutlich ebenso sehr wie jetzt auf Braunschweig.
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