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Hochzeit und Hansetage

Historisches Spektakel am Wochenende in der Innenstadt

Von Henning Thobaben

Für ein Wochenende taucht die Stadt in die turbulente Zeit nach dem 30-jährigen Krieg ein. Ein fiktives Szenario im Jahr 1650 bildet den Rahmen für die 11. Braunschweiger Hansetage am Sonnabend und Sonntag.

enn der Hamburger Patriziersohn Johann Eschwege heiratet die Tochter des Altstadtbürgermeisters, die Geesche von Gustede. Die Braunschweiger dürfen mitfeiern und Hochzeitsgeschenke kaufen. Denn die Geschäfte sind sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
„Die Hochzeit ist nicht geschichtlich belegt“, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerold Leppa. Doch im Zuge des feierlichen Akts kommt das historische Flair an den beiden Hansetagen noch stärker zur Entfaltung.
Rund 250 000 Menschen werden an dem Wochenende wieder in Braunschweig erwartet. Im Welfenhof wird ein historisches Handwerkerlager aufgebaut. In der Burgpassage ist ein Braut- und Ankleidezimmer errichtet, in dem sich die zu Vermählende für ihre Hochzeit zurecht macht.
Aber die verträumte Atmosphäre ist bedroht. Auf dem Platz der deutschen Einheit bauen Marodeure ihr Lager auf. Die brandschatzenden Deserteure planen dort ihre nächsten Beutezüge. Und auf dem Kohlmarkt greifen die Plünderer sogar das Hochzeitspaar an.
„Diese Ereignisse sollen ein Stück Stadtgeschichte transportieren“, sagt Leppa. Mehr als 40 Schauspieler sind im Einsatz, um das Geschehen möglichst realistisch darzustellen. „Wir haben eine gleichbleibende Zahl von Sponsoren“, betont Leppa die verlässliche Unterstützung der Wirtschaft für das Spektakel.
Auch Volkmar von Carolath, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt, zeigt sich erfreut über die Entwicklung. „Erstmals sind vier Radiosender mit dabei und präsentieren auf verschiedenen Bühnen ihr Programm“, sagt von Carolath. Mit im Boot sei dieses Jahr auch das Friedrich-Wilhelm-Viertel mit eigenen Programmhöhepunkten.
Um die Besucherströme in die Stadt zu lotsen, gibt es ein Park- and-Ride-System. Busse bringen die Menschen vom Parkplatz Kennelweg in die Innenstadt (zwei Euro für alle Mitfahrer eines PKWs). Zudem sind alle Parkhäuser in der Innenstadt geöffnet.
Zu den Hansetagen werden auch viele Besucher aus dem Umland erwartet. An normalen Einkaufstagen sind diese für rund ein Drittel des Umsatzes des Handels verantwortlich. „An verkaufsoffenen Sonntagen sind es zwei Drittel“, sagt Leppa. Vielleicht lassen sie sich ja auch bei kurzfristigen Geschenken für das Hochzeitspaar nicht lumpen.
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