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Heimat zum Anfassen und Riechen

Stellten den Kulturschrank und eine erste Ideensammlung dazu vor (v.l.): Cristina Antonelli-Ngameni und Heike Eberius vom Haus der Kulturen. Foto: Leute

Das Haus der Kulturen hat ein neues Projekt entwickelt: Den „Kulturschrank“.

Von Birgit Leute, 14.01.2017.

Braunschweig. Woran denkt ein Italiener, Afghane oder auch ein Deutscher, wenn er auf sein Land angesprochen wird? An die Flagge? An die Nationalhymne? Oder nicht doch eher an ganz persönliche Eindrücke, an Erinnerungen zum Beispiel aus der Kindheit?

Diesen Fragen will das Haus der Kulturen auf den Grund gehen und hat ein neues Projekt entwickelt: Den „Kulturschrank“. Geht alles nach Plan, werden zwei Exemplare ab Herbst im Haus der Kulturen zu sehen sein.

Düfte in Schubladen

Drei Schubladen, ein Bildschirm, ein Fach für einen Kopfhörer: Erste Ideen, wie der Schrank einmal aussehen könnte, gibt es schon. Die Entwürfe stammen von dem freischaffenden Künstler Ivano Polastri, der selbst italienische Wurzeln hat. Ein bisschen erinnert der Prototyp an einen Snackautomaten, doch statt Erdnüssen und Schokoriegel wird er einmal sehr persönliche Erinnerungen und Assoziationen an das eigene Heimatland enthalten: Sand und Steine, Riechdosen mit typischen Düften, Dokumente, Fotos und kurze Filme, die zum Beispiel den Klang der Sprache vermitteln.

Heimat als Emotion

„Der Ansatz setzt auf Emotionen. Wir möchten, dass man eine Kultur riechen, schmecken, hören und fühlen kann“, sagt Projektleiterin Heike Eberius, die ebenso wie Cristina Antonelli-Ngameni vom Leitungsteam überzeugt ist, „dass sich eine Kultur nicht auf eine Nationalhymne reduziert“. In zwei Workshops wurden schon erste Ideen gesammelt. Die Teilnehmer aus dem Iran, aus Pakistan, Afghanistan, Syrien, Mexiko und Polen erarbeiteten mit Künstler Polastri anhand eines Fragenkatalogs, was ihre Identität ausmacht und sammelten in Pappkartons erste Fundstücke.

Weitere Workshops

Um noch mehr Input zu bekommen, wird der Kreis der Interessenten nun noch einmal ausgeweitet: Am 20. und 21. Januar findet jeweils von 16 bis 20 Uhr beziehungsweise von 14 bis 18 Uhr wieder ein Workshop statt, an dem jeder teilnehmen kann. Der nächste folgt dann im Februar. Geplant ist, dass sich ab Oktober im Haus der Kulturen zwei Kulturen in zwei Schränken parallel präsentieren. „In Braunschweig leben 120 Nationen – das wird eine interessante Schau“, ist sich Cristina Antonelli-Ngameni sicher.

Anmeldungen zu den Workshops sind an das Haus der Kulturen e.V., Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig zu richten. Unter der Telefonnummer 38 94 95 39 gibt Heike Eberius auch Informationen über das Projekt.
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