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Hardcore-Herzschmerz Open-Air

Ekaterina Kudryavtseva als energische Violetta Valéry.

La Traviata: Auch die zweite Besetzung überzeugt auf dem Burgplatz.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 14.08.2013

Braunschweig. Erste Liga auf dem Burgplatz: La Traviata überzeugt auch in der zweiten Besetzung.

Ekaterina Kudryavtseva legt etwas mehr Hardcore-Herzschmerz in die Rolle als Liana Aleksanyan (die beiden Frauen wechseln sich in der Hauptrolle ab).
Kudryavtseva kommt cooler rüber, ist eine Gefühlsextremistin, die ständig liebt oder wütet; Widerstand ist zwecklos, Alfredo und die Zuschauer sind sofort verschossen. Arthur Shen gibt den Alfredo lebhaft und jugendlich, er springt und agiert (was bei dem schwierigen Bühnenbild allein schon eine Kunst ist), singt kraftvoll, überstrahlt kleine Schwächen mit seinem Charme.
Eine echte Bank dieser Besetzung ist auch George Stevens. Ein Bild von einem Mann mit einer Stimme, die Gehorsam verlangt. Mit der er aber auch schnurren kann wie ein alter Kater. Er appelliert an Violettas Gewissen, das Ansehen seiner großbürgerlichen Familie nicht zu schädigen, und zwingt sie, sich von ihrem Geliebten zu trennen, um die Zukunft seiner heiratsfähigen Schwester nicht zu gefährden. Stevens gestaltet diese zentrale Rolle mit viel Wärme und Empathie, während Orhan Yildiz aus der A-Besetzung eher kühl-elegant ist (stimmlich auch erste Klasse).
Giuseppe Verdi (1813–1901) hat sich in seiner 1853 uraufgeführten „La Traviata“ zum wiederholten Mal mit einem Außenseiterschicksal beschäftigt. Mehr noch als in „Rigoletto“ und „Il Trovatore“ ist ihm in der nach Alexandre Dumas’ Erfolgsroman „Die Kameliendame“ gestalteten Oper ein schonungsloser Blick auf die Gesellschaft gelungen.
In der Inszenierung von Regisseur Walter Sutcliffe ist die Oper „La Traviata“ noch bis zum 26. August auf dem Burgplatz zu sehen. Für einige Vorstellungen gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.
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