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Hand in Hand ins Zauberland

Festival im Fadenschein: Anke Berger spielt Hand- und Puppentheater für Kinder ab zwei Jahren.

Von Andre Pause, 29.09.2010.


Braunschweig. „Mama, was macht die Frau da, Bären können doch gar nicht sprechen“, sagt ein kleines Mädchen auf dem Schoß der Eltern im Figurentheater Fadenschein. Auftakt für eine Festivalreihe.

Anke Berger heißt die Frau, die auf der Bühne des kleinen Theaters steht und ihr „Händchen klein“ aufführt. Ein Stück für Kinder ab zwei Jahren, das sie auf das Elementarste reduziert hat. Ihre linke Hand mit aufgemaltem Gesicht verkörpert „Händchen klein“, die rechte Hand ist die Mutter des Wildfangs. Und dann gibt es da noch den Traumbären, der immer dann in Erscheinung tritt, wenn „Händchen klein“ schläft – und der spricht.
„Die Rollen der Mutter und des Kindes sind den Kleinen bekannt, und eine richtige Story funktioniert noch nicht, also beschränke ich mich auf das Wesentliche. Ich beobachte immer wieder, dass Kinder von ihren Eltern ins Erwachsenentheater mitgeschleppt werden und denke oft, dass sie doch lieber gemeinsam in den Wald gehen sollten“, sagt Berger, die das Konzept für „Händchen klein“ aus einem anderen ihrer Stücke – „Hand in Hand ins Zauberland“ – für die Jüngsten extrahiert hat. „Wichtig ist, dass die Kinder Dinge kennen, die es ihnen ermöglichen, sich auf die Hand als Spielfigur einzulassen.“ Auch Wiederholungen seien gewollt. Wenn Berger reimt: „Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen...“, dann quieken die Kinder vor Vergnügen.
Begleitet werden die Wortspiele und Bilder durch sanfte Live-musik von Uli Lienau. In den Mutter-und-Kind-Sequenzen spielt er Akustikgitarre, ist der Traumbär in Aktion, schlägt er behutsam auf das Hang, ein Instrument aus Stahlblech, das aussieht wie ein großer Grill und die Blicke der Kinder sofort magisch anzieht.
Nach einer halben Stunde ist der Spaß vorbei. Die Kleinen toben über den extra ausgelegten Wollflokati im Zuschauerraum und lassen sich natürlich auch nicht lange bitten, als ihnen Anke Berger anbietet, noch ein Gesicht in die Hand zu malen.
Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der studierten Puppenspielerin ist seit rund sieben Jahren die theaterpädagogische Arbeit, unter anderem mit Kindern aus sozialen Brennpunkten. Im Kinder- und Familienzentrum Schwedenheim an der Hugo-Luther-Straße leitet sie einmal in der Woche eine Gruppe für Hortkinder und alle zwei Wochen eine weitere, offene Gruppe für Kinder aus dem Einzugsbereich des Westlichen Ringgebietes. Auf dem Programm stehen unter anderem Tanz, Malerei und Veranstaltungsbesuche. Oft probiert sie hier auch ihre eigenen Theaterstücke aus. „Ich bekomme dadurch viel mit, auch oder gerade in Brennpunkten. Für mich sind die Puppen und Figuren der Schlüssel zur Seele“, erzählt Berger. Das Angebot wird insgesamt hervorragend angenommen. „Die Kinder freuen sich und kommen regelmäßig. Einige haben schon geweint, wenn sie einmal nicht teilnehmen konnten“, schmunzelt sie.
Wieder auf der Bühne zu sehen ist Anke Berger am Dienstag (5. Oktober) beim Festival „Weitblick“. Um 9 Uhr spielt sie „Händchen klein“ und um 10.30 Uhr „Hand in Hand ins Zauberland. Im Dezember steht dann „Sterntaler“, das Märchen der Gebrüder Grimm in der Magnikirche auf dem Programm.

Das Festival: „Weitblick Festival“ heißt es jetzt im Figurentheater Fadenschein. Vom 1. bis 3. Oktober sind grenzüberschreitende Inszenierungen zu sehen. Am zweiten Wochenende (8./9. Oktober) werden Stücke gezeigt, die vom Spiel mit den Dimensionen leben. Spielorte sind neben dem Theater Fadenschein, die Spielstätte für freies Theater L.O.T. und das Kleine Haus des Staatstheaters. Darüber hinaus wird eine neue Sparte im Fadenschein eröffnet: „Lilliput“ – Theater für die Allerkleinsten. Dazu werden von Montag bis Freitag herausragende Inszenierungen zu sehen sein. Alle Informationen und das Programm im Internet unter www.fadenschein.de.
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