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Großer Sport: Eintracht im Theater

Die Eintracht-Fans erzählen und singen auf der Bühne über ihr Fansein. Foto: André Pause

Hochemotionaler Start in die Themenwoche Interkultur – Buntes Programm bis zum 11. April

Von André Pause, 03.04.2016

Braunschweig. Am frühen Samstagabend ist die fünfte Auflage der Themenwoche Interkultur am Staatstheater Braunschweig gestartet. Gelöste Stimmung und lockere Atmosphäre ließen sich schon vor dem Kleinen Haus beobachten, wo Doumbia Brahima & Friends lange vor dem offiziellen Auftakt fleißig trommelten und sangen. Im Foyer auf der Probebühne und im U22 gab es dann allerhand Aktionen: Musik von Klassik bis Rap, eine Spoken-Word-Performance, ein Fußballregel-Quiz und einiges mehr. So ging die Zeit bis zum Höhepunkt des Abends schneller rum.

Für die Hauptbühne haben Regisseur Michael Uhl und Chefdramaturg Axel Preuß gemeinsam mit Fans der Braunschweiger Eintracht das Theaterprojekt „Eintracht ist unser Leben!“ konzipiert. 67 Minuten – die Referenz an das Meisterjahr kann sich einfach keiner verkneifen – erzählten, schlachtriefen und sangen die Fans – Frauen und Männer aus den verschiedensten Altersklassen und sozialen Milieus – von ihrem ganz persönlichen Weg zur Leidenschaft, von glorreichen Bundesligazeiten, der Meisterschaft, drögen wie harten Zeiten in der Drittklassigkeit inklusive Auswärtsfahrten zu Clubs, die man davor nur vom Hörensagen kannte, dem Fast-Absturz in die vierte Liga im Jahr 2008 und der tollen sportlichen Entwicklung seither.

Wer mit der Kombination der beiden Kosmen Fußball(fantum) und Theater im Vorfeld Bauchschmerzen hatte, eine Anbiederung des einen Lagers an das andere erwartete oder allzu platte Klischee-Nummern befürchtete, den belehrte der Abend rasch eines Besseren.

Die Protagonisten in der Produktion sind schlicht und einfach authentisch, die Begeisterung und auch die Schicksale sind echt. Wenn Erik Baake launig davon erzählt, dass sowohl ihm als auch seinem Bruder wertvolle Fanschals abhanden gekommen sind, schmunzelt man mit. Und spätestens, wenn Marc Wittfeld an der Gitarre „Hallo Bundesliga“, den Aufstiegshit seiner Band Braunschweig Pension anstimmt, oder Kurvenmutti Christel Neumann mit brüchiger Stimme an das verstorbene Fan-Original Michael „Hacky“ Meyer erinnert, hat der ein oder andere Beucher eine Träne im Auge. Ganz großer Sport!

So darf es bis zum 11. April weitergehen. Bis dahin bündelt das Staatstheater vielfältigste integrative Aktivitäten im Rahmen der Themenwoche. Unterschiedliche Projekte sowie die Verbindung von Kultur und Sport sollen dabei Begegnungen zwischen Menschen ermöglichen, die einander sonst nie kennengelernt hätten. Die Erste Braunschweiger Fan-Chor-Meisterschaft am Donnerstagabend (7. April) um 20.15 Uhr und ein Abend mit dem Kabarettisten Abdelkarim am kommenden Sonntag (10. April, 19.30 Uhr) sind nur zwei von vielen weiteren Programmhöhepunkten. Weitere Infos gibt es im Internet unter staatstheater-braunschweig.de. Eine zweite Aufführung von „Eintracht ist unser Leben!“ ist am 24. April (19.30 Uhr) zu erleben.
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