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Großer Auftritt: Otto hält Hof

Hoftag von 1209 machte Burgplatz zur dicht umringten Freilichtbühne – Heute geht’s weiter

Von Marion Korth


Braunschweig. Seit gestern hält Otto IV. Hof in Braunschweig. Heute und morgen wird das mittelalterliche Spektakel rund um Dom und Burg fortgesetzt.

Fanfarenstöße vom Balkon der Burg Dankwarderode hatten gestern Nachmittag den majestätischen Auftritt angekündigt. Auf einem Friesenpferd ritt Otto IV., dargestellt von Schauspieler Hendrik Becker, und seine hochherrschaftliche Gefolgschaft auf den Burgplatz. Die Menge, geschätzt weit mehr als 1000 Braunschweiger und Besucher der Stadt, staunten und applaudierten.
Die Hoftage, die in das Jahr 1209 zurückblenden, sind der festliche Auftakt für eine Fülle von Veranstaltungen, die im „Kaiserjahr“ noch in Braunschweig stattfinden werden. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, der zu der Eröffnung gekommen war, wies auf die große Otto-Landesausstellung hin, die am 8. August beginnt. Prinz Heinrich von Hannover, im weitesten Sinn ein Nachfahre des einzigen Welfenkaisers Otto IV., war ebenfalls unter den Gästen.
„Vor 800 Jahren fand hier europäische Geschichte statt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann. Im „Kaiserjahr“ solle die Bedeutung Braunschweigs und die Rolle der Welfen bekannter gemacht werden. Aber Braunschweig sei nicht im Mittelalter verhaftet, schlug er den Bogen in die Moderne und nannte als Beispiel Ausbau und Aktivitäten am Forschungsflughafen.

Auch heute und morgen wird noch einmal „Geschichte lebendig im Schatten des Doms“, wie Landesbischof Friedrich Weber es nannte. Die Hoftage führen in das Jahr 1209 zurück. In Vorbereitung seines Italienzuges hatte Otto IV. (zu dieser Zeit noch König und nicht schon Kaiser) zu Pfingsten seine engsten Vertrauten in Braunschweig um sich versammelt.
Mittelalterlich gewandete Herzöge, Grafen, Ritter, Knappen und Mägde bringen noch einmal einen Hauch jener Zeit zurück. Rund um den Dom herrscht zudem buntes Markttreiben. Keramikkrüge, Felle, Silbergeschmeide, Räucherstäbchen oder Gewürze werden hier verkauft. Die Leute schauen, probieren „Reis-Spieß im Kohlblatt“ oder Bratwurst im Brot.
Trotz des Trubels behält Ulrich der Barbier beim Rasieren eine ruhige Hand, ist auch besser so, denn seine Kundschaft könnte unbequem werden. „Ich bin Sven der Schreckliche“, stellt sich der Mann vor. Diesmal spielt er allerdings nicht den rauen Wikinger, sondern ist in „zivil“ nach Braunschweig gekommen. Auf der Bühne vor dem Rathaus wechseln sich Gaukler und Musiker ab, für Kinder spielt das Theater auf dem Domplatz.

Programm

Sonntag (31. Mai)
11 bis 13.30 Uhr: „Die Präparatio“, die Akteure bereiten sich auf den Tag vor, die Feuer an den Kochstellen werden geschürt, die Knappen halten Übungskämpfe ab und die Musiker stimmen die Instrumente.
14 bis 15 Uhr: „Der Adventus“, gezeigt wird der Einzug Ottos sowie der Herren des Quedlinburger Wappenkästchens.
15 bis 16 Uhr: „Die Kampfübung
16 bis 17.30 Uhr: „Die Schwertleite“, die Knappen werden gerüstet und zu Kaiser Otto geführt, der ihnen den Nackenschlag versetzt
17.30 bis 18.30 Uhr: „Musica“, jetzt wird mittelalterliche Musik zu hören sein
18.30 bis 20 Uhr: „Die Tafelrunde“, festliches Mahl mit Speisen nach authentischen Rezepten, die teilweise öffentlich zubereitet werden
20.30 bis 21 Uhr: „Der Tanz“, zehn Paare zeigen höfische Tänze
21 bis 22 Uhr: „Der Ausklang“, der Ruf des Nachtwächters läutet die Nachtruhe ein
Montag (1. Juni)
11 bis 12 Uhr: „Die Präparatio“
12 bis 13 Uhr: „Der Adventus“
13 bis 14 Uhr: „Die Kampfübung“
14 bis 15.30 Uhr: „Die Schwertleite“, danach verlässt Otto das Geschehen
15.30 bis 16.30 Uhr: „Musica“
16.30 bis 18 Uhr: „Die Tafelrunde“
18 bis 19 Uhr: „Der Aufbruch“, die Ritterschaft reist weiter
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