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Großer Auftritt in Berlin

Braunschweig und Berlin feiern gemeinsam den Veranstaltungsauftakt „1913“.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 19.05.2013.

Braunschweig. Die Geschichte vom Dänenkönig Waldemar und seiner Liebe zu einem Mädchen namens Tove Lille (kleine Taube): Arnold Schönberg hat aus dem Stoff eine Sinfonie komponiert, das Staatsorchester Braunschweig präsentierte das Werk im Berliner Dom – mit der ganzen Kraft großer Gefühle.

Ein ungeheurer Aufwand, um das Stück aus dem Jahr 1913 auf die Beine zu stellen: Aus Braunschweig sangen Opernchor, Konzertchor und Domchor; unterstützt von der Berliner Domkantorei. Um das Staatsorchester auf die nötige „Soll-Stärke“ von 107 Musikern zu bekommen, waren „Ausleihen“ bei den Opernhäusern in Hamburg, Magdeburg und Hannover nötig.
„Mit dieser unerhörten Größe steht das Werk für das Ende des Historismus““, erklärt Orchesterdirektor Martin Weller, „genau wie der Berliner Dom selbst, der 1905 gebaut wurde und ursprünglich noch 16 Meter höher war – symbolisiert auch dieses Konzert das Ende einer Epoche.“
Bei der Pressekonferenz vor dem Konzert betonten Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann, Generalintendant Joachim Klement und Kurator Professor Dr. Christoph Stölzl, den „großangelegten Versuch der Stadt“, mit dem Veranstaltungszyklus „1913 – Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne“ das Jahr 1913 aufzuarbeiten. Stölzl sagte, dass er in Braunschweig erlebe, dass eine „breit aufgestellte Stadtgesellschaft“ das Thema als willkommenen Anlass aufnehme, über die Zukunft der Gesellschaft zu diskutieren. Denn 1913 sei alles möglich gewesen, „Tendenzen waren da, zum Guten wie zum Bösen.“ Und große Teile des Adels setzten darauf, dass Familienbande den Frieden sichern würden, wie Jahrhunderte zuvor.
Doch die Hochzeit der Preußenprinzessin Victoria Luise mit dem Welfenprinzen Ernst August konnte diese Hoffnungen nicht erfüllen.
Die Gurre-Lieder ließen den letzten Glanz einer Epoche spüren. Ein gigantisches Konzert, sicher zu groß, um eine Zukunft zu haben, aber von einer Romantik und Sinnlichkeit, die tief beeindruckt. Und wenn Heldentenor Erik Nelson Werner als König Waldemar sich nach seiner toten Geliebten verzehrt – „Mit Toves Stimme flüstert der Wald, mit Toves Augen schaut der See“ – dann ist das epochenübergreifend gültig. Wer je eine große Liebe erlebt hat, wird diesen Waldemar verstehen. Viel Applaus im Berliner Dom.
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