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Große Oper: Gefühle wirken pur

Richard Wagners „Tristan und Isolde“ feierte gestern Abend ein rauschende Premiere.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 16.10.2011

Braunschweig. Tief bewegend hat Yona Kim die Geschichte von Tristan und Isolde inszeniert. Dafür gab es gestern Abend zur Premiere Jubel und Applaus.

Die Regisseurin erzählt die Geschichte aufs Wesentliche konzentriert, mit einer klaren Personenführung in einem reduzierten, aber vielschichtigen Bühnenbild (David Hohmann), mit dem jede Verbindung zu einem historischen oder literarischen Raum gekappt wird.
Die Gefühle wirken pur. Freundschaft, Treue, Verrat – und eine Liebe bis zum Wahnsinn und darüber hinaus. Eine Liebe, die alles außer Kraft setzt. Eine emanzipierte Isolde geht schließlich über alle Schranken hinweg, um zu dem Mann zu kommen, der ihr wichtiger ist als alles andere. Zu spät. Es bleibt nur die Hoffnung auf Erfüllung in einer anderen Welt. Transportiert werden die Gefühle durch die wunderbare Musik von Richard Wagner; Alexander Joel lässt sein Orchester temperamentvoll die großen Arien spielen und bezaubernd zart die lyrischen Passagen.
Das durchweg starke Ensemble wird von Silvana Dussmann als Isolde überstrahlt, das Publikum feiert sie am Schluss mit Bravorufen und roten Rosen. Aber auch der Tristan von John Uhlenhopp ist mächtig beeindruckend. Er steigert sich zusehends, und besonders im dritten Akt singt und spielt der Mann überzeugend um sein Leben. Oleksandr Pushniak als Kurwenal ist stimmgewaltig und ein echter, treuer Gefährte, Selçuk Hakan Tirasoglu gibt dem König Marke seinen wunderbaren Bass und eine liebevolle, versöhnliche Seite. Das ist überhaupt die große Kraft dieser Inszenierung: Sie lebt von echten Gefühlen und rührt zu Tränen.
Nächsten Sonntag um 16 Uhr ist die nächste Vorstellung.
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