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Grandios: konzertanter Opernmarathon „Giulio Cesare“

Aufführung der Händel-Oper bei Soli Deo Gloria begeisterte das Publikum.

Von Ines Nicolai-Helmstädter, 30.11.2011.

Braunschweig. Stehende Ovationen für die konzertante Aufführung von Händels Oper „Giulio Cesare“ bei Soli Deo Gloria – Braunschweig Festival im Staatstheater Braunschweig.

Gleich nach den ersten Takten der Ouvertüre wussten die Zuschauer, das würde ein spannender Abend werden. Das Orchester: virtuos! Wahnwitzige Tempi, alles frisch, lebendig und dazu noch lupenrein musiziert. Das Sängerensemble: wunderbare, klangschöne und voluminöse Stimmen! Alle hatten Koloraturen in atemberaubenden Tempi zu absolvieren und machten das grandios.
Auch nach vier Stunden Aufführungsdauer noch keine Ermüdungserscheinungen – nicht einmal beim Publikum, das die Interpreten mit Ovationen feierte und sich eine kleine Zugabe erklatschte, die dann noch als „Ohrwurm“ in der Garderobe nachklang.
Seit einiger Zeit bemüht man sich wieder, die Partituren so „original“ wie möglich erklingen zu lassen. Historische Instrumente, Gesangssolisten in Countertenorlage. Für die Aufführung im Staatstheater bedeutete dies: Julius Cäsar wurde von einer Frau, einer Mezzosopranistin, der Tonlage entsprechend gesungen (allerdings auch nicht „original“, denn eine Frauenstimme klingt anders als ein Altkastrat), optisch eine kleine Herausforderung, noch dazu, weil es sich um eine nicht nur stimmlich unglaublich voluminöse Interpretin handelte. Die Pikanterie dabei: Julius Cäsar verliebt sich in die schöne Kleopatra, und auf der Bühne schmiegen sich zwei sehr korpulente Damen Busen an Busen.
Das könnte unfreiwillig komisch wirken, wenn nicht die beiden Stars Marie Nicole Lemieux als Cesare und Karina Gauvin als Cleopatra daraus eine kleine augenzwinkernde „Klamotte“ gemacht hätten. Überhaupt kam der Spaß nicht zu kurz. So manche Szene wurde mit feiner Ironie überzogen. Das war kurzweilig und der Situation durchaus angemessen, wenn man vier (!) Stunden lang Oper konzertant erlebt.
Noch zweimal wird Il Complesso Barocco unter Leitung von Alan Curtis mit einer herausragenden Sängerriege und Einführungen mit Krimi-Autorin und Händel-Liebhaberin Donna Leon bei Soli Deo Gloria zu Gast sein. Am 26. Januar um 19.30 Uhr mit Händels „Deidamia“ und am 11. März um 18 Uhr mit Händels „Ariodante“. Beide Aufführungen finden auch wieder im Staatstheater Braunschweig statt.
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