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Gewitter im Kopf wird zur Kunst

„Bilder des Gehirns – Einblicke in unsere Schaltzentrale“ – Ausstellung wurde gestern eröffnet.

Von Marion Korth, 14.09.2011.

Braunschweig. Unsere Köpfe stecken voller Bilder: Wenn wir sehen, wenn in der Erinnerung Landschaften und Erlebnisse bildhaft lebendig werden. Die Ausstellung „Bilder des Gehirns“, die gestern eröffnet wurde, aber zeigt, wie selbst beim Denken Bilder entstehen.

Markus Weißkopf, Geschäftsführer des Hauses der Wissenschaft, hatte im November in der New York Times über das Buch „Portraits of the Mind“ von Carl Schoonover gelesen und war begeistert vom ästhetischen Reiz der Aufnahmen, die die Hirnforschung heute liefert. Die Idee zur Ausstellung war geboren. Die großformatigen Ansichten aus dem Inneren des Hirns sind jedoch nicht nur ein Abklapp aus dem Buch, sondern wurden ergänzt um Darstellungen der aktuellen neurobiologischen Forschung an der Technischen Universität. Zellphysiologe Professor Reinhard Köster zeigt in filmischen Aufnahmen, wie sich das Gehirn im beinah durchsichtigen Zebrafischembryo entwickelt. Neurobiologin Dr. Kristin Michaelsen-Preusse erforscht am Beispiel der Maus Lern- und Gedächtnisvorgänge. „Unsere Nervenzellen verändern sich ständig, Zeit unseres Lebens kommen Synapsen hinzu, das ist erst vorbei, wenn ein Mensch dement wird“, sagt sie. „Unser Gehirn fließt, das Kunstwerk ist niemals fertig, das finde ich total spannend.“
Nur Gehirnzellen junger Mäuse überleben die Entnahme und sind für die Forschung geeignet. „Man muss schon sehr genau überlegen, ob das notwendig ist, damit so wenig Tiere wie möglich getötet werden“, sagt sie. Um zu verstehen, wie unser Hirn tickt, werden die Laseraufnahmen von den Wissenschaftlern mittels verschiedener Proteine eingefärbt. Das sichtbar gemachte Zusammenspiel der Neuronen und Synapsen wird zum reinen Farbenrausch. Die Bildkompositionen sprechen für sich und werden künstlerischen Kriterien gerecht, sagt Kuratorin Ulrike Lahmann beim Ausstellungsrundgang.
Dr. Kristin Michaelsen-Preusse spricht von einem „Gewitter“ in unserem Kopf, von unendlich komplexen Vorgängen, die kein Computer der Welt errechnen könnte. Das macht für sie die Faszination Hirnforschung aus.
• Die Ausstellung ist bis zum 30. November im Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11, zu sehen. Auf Anfrage werden Führungen für Schulklassen und Gruppen angeboten (Telefon 3 91 41 13). Am 21. September steht eine Dinnerführung auf dem Programm.
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