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Geschichte, persönlich erzählt

„Die Weststadt ist bunt!“ – Kulturwoche mit Ausstellungen, Podiumsdiskussion und Musik.

Von Marion Korth, 28.10.2012.


Braunschweig. Die Weststadt ist etwas Besonderes. Und so etwas wie die Weststadtwoche gibt es in dieser Form sonst nirgends in der Stadt. Mit einem ökumenischen Gottesdienst wird sie am Sonntag (4. November) um 15 Uhr in der Emmauskirche eröffnet. Das Motto lautet diesmal „Die Weststadt ist bunt!“

„Die größten Vorurteile haben diejenigen, die die Weststadt gar nicht kennen“, sagt Stadtteilheimatpfleger Edmund Heide. Die Weststadt sei mehr als die Hochhäuser, die schon von weitem zu sehen sind. Dies zu zeigen und das Zusammengehörigkeitsgefühl in diesem Stadtteil mit seinen rund 23 000 Einwohnern zu stärken, haben sich die in der Arbeitsgemeinschaft Weststadt zusammengeschlossenen Aktiven vorgenommen.
Ergänzend zu der Ausstellung „Braunschweig nach 1945 – Trabantenstädte, Traditionsinseln und ‚Braunschweiger Schule‘“, die nächste Woche im Altstadtrathaus eröffnet wird, entstand die Idee, die Weststadt gesondert und dort darzustellen, wo die Menschen wohnen. Auf Bildtafeln werden nun 29 Einzelschicksale der ersten Mieter vorgestellt. Dabei ist zum Beispiel der erste Hausmeister, der im Einkaufszentrum Elbestraße nach dem Rechten sah, oder eine Polin, die der Zweite Weltkrieg nach Braunschweig verschlagen hatte. Ein kleiner Schatz, der gehoben wurde, sind die privaten Familienaufnahmen der Menschen, die einen Eindruck geben vom Leben in den Neubauten, die rings herum nur von Acker umgeben waren. „Es war gar nicht so einfach, die Menschen dazu zu bewegen, ihre privaten Bilder herauszurücken“, sagt Maic Ullmann. Persönliche Kontakte hätten dann aber doch so manches Fotoalbum geöffnet. Der Kommunikationsdesigner hat die Tafeln gestaltet, die den damaligen Zeitgeist widerspiegeln. „Ein Stück Sozialgeschichte“, sagt Michael Ludwig, Pfarrer in der Emmauskirche, wo die Ausstellung den ganzen November über gezeigt wird.
Klar, dass am Bild der „bunten Weststadt“ auch in der Fälscherwerkstatt der Oswald-Berkhan-Schule gemalt wurde. Gisela Reichelt schickte die Schüler der Kooperationsklasse an der Moselstraße zunächst auf Fotosafari durchs Viertel. Anschließend wurden die Fotos moderner Architektur zur Grundlage abstrakter Gemälde à la Mondrian, einem Wegbereiter der Moderne in der Malerei. Sie werden ebenso gezeigt wie die Ergebnisse des Kunstworkshops „Weststadt-Entdecker und Zukunftsvisionäre“ und Drei-D-Aufnahmen Jugendlicher, die ihre Stadt aus neuem Blickwinkel zeigen.
In der Podiumsdiskussion am 5. November ab 19 Uhr geht es im Kulturpunkt West um das Thema „Chance auf Arbeit, hier und jetzt?!“. Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan, der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Braunschweig, Harald Eitge, sowie Sozialdezernent Ulrich Markurth werden darüber sprechen.
Zum Abschluss der Kulturwoche am 9. November kommen die lokalen Kulturschaffenden, wie Rapflektion und andere Musikgruppen, im Jugendzentrum Rotation an die Reihe.
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