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Gemeinsames Fastenbrechen

Ende des Ramadan: Empfang in der Dornse.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 07.08.2013

Braunschweig. Mit einem gemeinsamen Fastenbrechen endete gestern Abend auch für die rund 12 000 Muslime in Braunschweig der Ramadan.

130 Menschen waren auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann in die Dornse im Altstadtrathaus gekommen; unter ihnen der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Vertreter der Kirchen, Verbände und der fünf größten muslimischen Gemeinden in Braunschweig, zusammengeschlossen im Rat der Muslime.
„Dies ist der letzte Ramadan in meiner Amtszeit“, sagte Hoffmann. Im Rückblick könne er schon jetzt sagen, dass die Arbeit mit den muslimischen Menschen in der Stadt zu „zu den schönsten, wichtigsten und erfolgreichsten Arbeiten gehört.“ Er habe dabei viel gelernt. „Danke dafür.“ Die wahre Dimension dieser Entwicklung werde erst die Zukunft zeigen. „Wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagte Hoffmann, „aber wir sind ein großes Stück vorangekommen. „Ramadan ist die Zeit der Zuneigung, der Toleranz und vor allem der Solidarität mit den Leidenden, den Hungernden und den Durstenden“, sagte der türkische Botschafter, Hüseyin Avni Karslioglu. „Auch wenn Deutschland und die Türkei nicht in allen Fragen der Politik einer Meinung sind, so stehen wir in internationalen Fragen immer eng zusammen“, betonte der Diplomat gute Beziehungen zwischen den Staaten. Drei Millionen türkischstämmige Menschen lebten in Deutschland, sein eigener Vater habe die deutsche Staatsangehörigkeit. „Je bunter, je vielfältiger, je besser“, lobte er Deutschland als sein Vaterland.
Viel Lob für Braunschweig und besonders Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann gab es von Hayri Aydin vom Rat der Muslime. „Braunschweig ist offen und zielgerichtet auf uns Muslime zugegangen.“ Mit Bildern gab er einen Rückblick auf die besondere Zusammenarbeit, die erst 2005 richtig begonnen habe. Zuvor habe man nur nebeneinander gelebt. „Sie aber besuchen uns, informieren uns und fragen nach unseren Problemen“, sagte Aydin, „dadurch haben wir das Gefühl, dazuzugehören.“
Aydin zählte viele erfolgreiche Schritte und Projekte auf, die jetzt die Stadt und das Leben der Muslime und der Nichtmuslime bereicherten. Neben dem Haus der Kulturen sei der Bau eines rituellen Waschhauses das zweite Großprojekt. „Der einstimmige Beschluss im Rat dazu war ein wichtiges Zeichen für uns“, betonte Aydin.
Marua Hawi (Deutscher Muslimkreis), gab einen Einblick in die umfangreichen Angebote, die die Organisation inzwischen biete. Sprachkurse, ein Studentenausschuss, Nachhilfe, Folklore oder Selbstverteidigung sind nur wenige Beispiele. Und sie sprach auch die Herausforderungen der Zukunft an. „Unzureichende Gebäude dienen uns als Moscheen“, sagt sie. Der häufige Hinterhofcharakter führe zu schwierigen Nachbarschaftsverhältnissen. Und auch das Thema „kultursensible Pflege“ sprach sie an. „Ich wünsche mir Rücksicht auf muslimisches Leben und muslimisches Sterben“, erklärte sie.
Firous Vladi vom muslimischen Landesverband beschwor den Sinn des Fastens. Nicht essen und nicht trinken und nicht schlecht denken führe zum Verständnis für Menschen in Not.
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