Anzeige

Gartenhaus Haeckel goes Indie

Festival Theaterformen: Sechs alternativmusikalische Konzerte vom 31. Mai bis zum 9. Juni.

Von André Pause, 30.05.2012

„Wie zum Teufel kommt es eigentlich, dass eine solch tolle Band wie Dear Reader hier spielt“, fragt Kumpel Peter achselzuckend und verzückt zugleich, als wir über die Konzerte im Rahmen des Festivals Theaterformen 2012 philosophieren.
Ich mutmaße einfach mal: Joerg Zboralski wird angefragt und die Band zugesagt haben.

Wie in den Vorjahren hat der Künstler und Kurator mit der ausgewogenen Zusammenstellung des Line-up ein feines Näschen bewiesen. Aus Sicht des indie-affinen Musikfreundes markiert das klangliche Beiprogramm der Theaterformen einen, wenn nicht den Höhepunkt im hiesigen Konzertkalender.
An sechs Abenden des Festivals klingen die Tage am Gartenhaus Haeckel popmusikalisch aus. Den Anfang machen am morgigen Donnerstag ab 21.30 Uhr die – nicht nur von Kumpel Peter – hochgelobten Dear Reader. Sängerin Cherilyn McNeil versteht sich auf nicht selten melancholischen Stoff. Die zart und zerbrechlich anmutende Stimme McNeils fließt dabei fast beiläufig in die dichte Instrumentierung. Das letzte Album „Idealistic Animals“ spielte sie nach dem Ausstieg des Bassisten Darryl Torr quasi im Alleingang mit einer ganzen Schar von Gastmusikern ein. Unter anderem ist Multiinstrumentalist Martin Wenk (Calexico) dabei. Am Freitag um 22 Uhr folgt Niels Frevert, dem in 2011 mit „Zettel auf dem Boden“ ein wahres Meisterwerk gelang. In der beständig unübersichtlicher werdenden Riege deutscher Singer-Songwriter spielt der ehemalige Kopf der Band Nationalgalerie im positiven Sinne außer Konkurrenz. Seine Lieder, Geschichten voller Herz und Poesie, präsentiert Frevert auf der Haeckel-Bühne mit Band. Bohren & Der Club of Gore, die ihre Musik selbst einmal als „doom ridden jazz“ beschrieben haben, beschließen den ersten Gig-Reigen am Sonnabend ab 21.30 Uhr.
Nach vier Tagen Pause geht es am 7. Juni (21.30 Uhr) weiter mit Nils Koppruch, einst Frontmann der mittlerweile heimgegangenen Band Fink. Seine oft lakonischen Texte im Urban-Folk-Gewand knüpfen, gesanglich wie musikalisch eine Ecke spröder dargeboten, gewissermaßen an Niels Freverts Programm an, bevor Botanica tags drauf ab 22 Uhr das Ruder Richtung ein wenig mehr Pathos herumreißen. Die New Yorker um Bandleader Paul Wallfish bieten einen an und für sich nicht kategorisierbaren zeitweilig skurrilen Mix aus Chamber Rock, Indiepop und Cabaret. Den musikalischen Schlusspunkt des Festivals setzt der Berliner Geschichtenerzähler Felix Meyer am 9. Juni im Anschluss an das EM-Spiel Deutschland gegen Portugal.
So gibt es auch für Fußball-Fans keine Entschuldigung für ein Fernbleiben. „Ich werde mir das mal angucken“, meint denn auch Kumpel Peter. Da wird er mit Sicherheit nicht alleine sein.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.