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„Für den Tatort würde ich den Eifel-Colombo geben“

Kalle Pohl spielt derzeit in Braunschweig. Foto: oh

Kalle Pohl ist ab Samstag als „Halbgott in Nöten“ in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen – Witzig, schlagfertig und oft nachdenklich.

Von Axel Emmert, 26.04.2017.

Braunschweig. Den meisten Zuschauern dürfte Kalle Pohl aus diversen RTL-Formaten bekannt sein. Aber der Komiker spielt auch auf der Bühne, jetzt für einige Monate in Braunschweig. Axel Emmert sprach für die NB mit ihm.

?Vier Jahre ist es her, seit Sie in Braunschweig letztmalig auf der Theaterbühne gestanden haben? Nun sind Sie der „Halbgott in Nöten“, den Sie vom 29. April bis in den Juni hinein auf der Komödien-Bühne spielen. Warum diese Rolle?

!Ich habe eine starke Affinität zu Louis de Funès, dessen Humor auch unser Regisseur Jan Bodinus liebt, und so bietet diese Inszenierung auch eine kleine Hommage an Louis. Insgesamt ist es aber ein super Stück, eine tolle Besetzung mit liebenswerten Kolleginnen und Kollegen – einfach ein Stück, über das die Menschen herzhaft lachen können.

?Welche Rolle würden Sie gerne einmal spielen – egal ob Bühne, Film oder Fernsehen?

!Der Traum ist geplatzt. Bei einem Casting für den neuen James Bond hatten die eigens für mich ein Bond-Mobil fabriziert, einen Fiat Panda. Der konnte sogar im Wasser untergehen. Und das ist er dann auch.

?Und wie wäre es mit einem toughen Tatort-Kommissar? Erfahrungen mit Krimis haben Sie ja durch Ihre veröffentlichten Hörbücher.

!Sofort, wenn man einen Eifel-Colombo kreieren würde. Soviel ich weiß, gibt es noch keinen Trier-Tatort, der sozusagen „grenzwertig“ wäre und ein paar Ausflüge nach Luxemburg ermöglichen könnte – Tatort Europa sozusagen.

?Was verbindet Sie mit der Stadt Braunschweig?

!Hier hatte ich vor einigen Jahren durch das amüsierfreudige Publikum viel Spaß mit dem Stück „Ein schöner Schwede“ mit Astrid Straßburger, die jetzt, neben anderen großartigen Kolleginnen und Kollegen, beim „Halbgott in Nöten“ wieder dabei ist.
 
?Gibt es Lieblingsorte, die Sie besuchen, wenn Sie in der Stadt sind? Haben Sie einen Tipp für unsere Leser?

!In Braunschweig begeistert mich, dass es in fast jeder Straße einen Fahrradladen gibt. Da stehe ich ständig vor den Schaufenstern und überlege, ob ich mein kleines Klapprad nicht doch mal ersetzen sollte durch einen stattlichen Renner. Es gibt reichlich Fahrradwege und die Altstadt, die herrlichen alten Gebäude hier laden wirklich zum Dauerbesuch ein.


?Spanien ist ja Ihre „Wahlheimat“ – sind Sie ein „südländischer“ Typ?

!Da soll es tatsächlich einen Spanier geben in meiner Familie, allerdings Generationen vor mir. Vielleicht habe ich auch deshalb eine starke Affinität zu Louis de Funès, er war ja spanischer Abstammung.

?Dem deutschen Publikum sind Sie zuallererst als „RTL-Gesicht“ bekanntgeworden, unter anderen mit dem großartigen Erfolg von „7 Tage 7 Köpfe“ an der Seite des legendären und leider viel zu früh verstorbenen Rudi Carrell. Hat sich der Humor seither verändert?

!Einerseits ja, grundsätzlich aber nicht. So mancher und manches ist lauter und auch simpler geworden. Letztendlich aber bleibt ein guter Gag ein guter Gag, ein guter Text ein guter Text, ob er nun aus diesem Jahr stammt oder aus den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Nehmen wir nur Oscar Wilde und Erich Kästner, von denen auch heute noch so manche Autoren und Komödianten etwas lernen können.

?Wer Ihre Vita liest, der muss denken: Da ist nichts, was der Mann noch nicht gemacht hat – was fehlt als Künstler?

!Ein Picasso, ein Monet und ein van Gogh. Vielleicht mal Regie machen und Hamlet als komische Figur auf die Bühne bringen.
 
?Bleibt bei so vielen Terminen noch Zeit für Freizeit? Und wenn ja, was macht der Privatmann Kalle Pohl, wenn er nicht gerade sein Publikum zum Lachen bringt?

!Ich bin seit Kindestagen ein Cineast. Seit der Schwarz-Weiß-Serie „Corky“ über einen Zirkusjunge, bin ich fasziniert von Kino und habe mittlerweile mein eigenes zu Hause. Aber raus muss ich auch, am liebsten mit den beiden Hunden meiner Tochter ans Meer. Tosca und Snoopy sind ein Herz und eine Seele – und sie können sich auch vertragen.
 
?Worüber lacht der Komiker Kalle Pohl gerne?

!Mit Jan Bodinus und den Kolleginnen und Kollegen hatte ich wieder einmal Glück im Leben. Wir lachen enorm viel bei den Proben zum „Halbgott in Nöten“. Das sehe ich als Geschenk, bei der Arbeit Freude haben und viel Lachen, das gibt es wohl nicht immer.
 
?Was macht Kalle Pohl nachdenklich?

!Im Grunde bin ich tatsächlich ein philosophischer Mensch. Kant, Schopenhauer und Heidegger haben mir oft zu Denken gegeben. Doch die wahre Erkenntnis hat mir Roy Black gebracht: „Du kannst nicht alles haben, das Glück, den Sonnenschein. Beim schönsten Regenbogen muss auch Regen sein.“
 
?Sport hält fit? oder „No Sports“?

!Neulich habe ich mich blamiert und in Gegenwart jüngerer Menschen geäußert, dass ich täglich Gymnastik mache. Selbstverständlich heißt das heute Work Out. Trotzdem mache ich das auch gerne drinnen.
 
?Fünf Dinge, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden?

!Oh, in solchen Dingen bin ich diskret und bitte um Verständnis, dass ich die Namen dieser Damen hier nicht nennen möchte.
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